Raus aus der Zwickmühle?

31. März 2017

Die Frage “Trennen oder Mischen” spaltet seit jeher die Radler-Welt… Hieß es früher, mehr oder minder radikal, das Fahrrad gehöre auf die Fahrbahn – Radstreifen waren der Inbegriff planerischer Struktur –, so kommt seit einiger Zeit wieder der Wunsch nach Radwegen, baulich von der Fahrbahn getrennt, auf!

Wohl auch in Hinblick auf jene, die sich nicht so recht mit dem Fahrrad auf die Fahrbahnen trauen, es lieber bleiben lassen bzw. Gehsteige benutzen oder sich einfach fürchten, wenn es einmal sehr knapp hergeht durch Autofahrer, die immer noch nicht wissen wie breit ihr Fahrzeug ist!

Eine der unangenehmsten Stellen im (lückenhaften) Wiener Radverkehrsnetz ist wohl die Stelle mit dem Radstreifen bergab von der Mariahilfer Straße in Richtung Wienzeile.
6., Getreidemarkt in Richtung Mariahilfer Straße:

6.Getreidemarkt_2.jpgFoto Ho

Jetzt soll dieser “Todesstreifen” – wie er manchmal bezeichnet wird –, durch einen 2,20m breiten Einrichtungs-Radweg ersetzt werden, mit Anschluss an den bereits bestehenden Radweg (ab der Lehargasse).
Widerstand gegen das Projektes ist im Entstehen, geht es doch um den Wegfall eines Fahrstreifens von der Mariahilfer Straße weg, die automobile Welt droht einzustürzen, technokratisch gesprochen, könnte sich die eventuelle “Stauwurzel” – jetzt zwischen Gumpendorfer Straße und Linker Wienzeile – bis zur Mariahilfer Straße zurück verlagern…

Die Visualisierung des Projektes in Richtung Gumpendorfer Straße:

GetreidemarktVisualisierung.jpgAbb.: Zoo VP.AT, bearb.

Einige offene Fragen:
Zu Punkt 1
Bedingt durch etliche Universitätsinstitute könnte es zur missbräuchlichen Verwendung („Geisterfahrer“) des Einrichtungs-Radweges kommen… wäre hier nicht ein Zweirichtungs-Radweg besser?
Zu Punkt 2
In der Mittelzone – Querung der Fahrbahnen des Getreidemarktes geschieht mit zwei Verkehrsampeln – sollte keine, eher verwirrende, Zonierung des Rad-Fußverkehrs markiert werden.
ZuPunkt 3
Warum lässt man den “bergauf” führenden Radweg nicht bereits bei der Friedrichsstraße beginnen, sondern erst bei der Gauermanngasse?

Strukturiertes Durcheinander

7. März 2017

Ein Schiff wird kommen… und das Chaos bringen!

In der Nacht:

Und am Tag:

Bei uns würde man wahrscheinlich einen Ordner-Dienst einrichten… Jersey-Wände aufstellen… grüne Radwege pinseln… Zebrastreifen markieren… damit „ollas sei Urdnung hot“!!
Und wenn das alles nix hilft das KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit ) mit einer wissenschaftlichen Untersuchung beauftragen…

Das Auto als Waffe

28. Februar 2017

In Berlin sind zwei extreme Autonarren nach einer Wettfahrt mitten in der Stadt und anschließendem Zusammenstoß mit einem querenden Auto, dessen Lenker getötet wurde, verurteilt worden:
Lebenslang, wegen Mordes…

Screenshot 2017-02-28 15.58.52.pngChristoph Valdhaus (Kinderzeichnung)

Automobil-Verliebte wundern sich…
Warum gar so streng? Bei uns, heißt es dann in den Medien, ginge das ja gar nicht… höchstens 15 Jahre wegen „fahrlässiger Tötung“…

Das erinnert mich an den Song „Parchman Farm“ (berüchtigtes Gefängnis in den US-Südstaaten).

https://www.youtube.com/watch?v=RCpbWLjlrdU

Den Song singt einer, der dort einsitzt und eigentlich gar nicht weiß, warum er im Häf’n ist…
Er hat noch nie jemandem etwas getan, sagt er – außer, dass er seine Frau erschossen hat!
„All I did was shoot my wife…“

Was Aufbauendes..!?

28. Februar 2017

Nach den ziemlich ernüchternden Zahlen des Rückgangs des Radverkehrs in den „finsteren“ Monaten Dezember 2016/ Jänner 2017 (https://honzosblog.wordpress.com/2017/02/20/vergleichen/)
ein Vergleich der Gesamtzahlen der letzten 4 Jahre von 2013 bis 2016
(die Zahlen bedeuten RadfahrerInnen/24h (DTV); werktags Mo-Fr).

7 Zählstellen (von 12) mit dem höchsten Radverkehrsaufkommen:

Argentinierstraße
2016: 2.100 Rf
2015: 1.878 Rf
2014: 1.794 Rf
2013: 1.601 Rf
Zunahme um 31,2 %

Lasallestraße
2016: 2.351 Rf
2015: 2.409 Rf
2014: 2.255 Rf
2013: 2.125 Rf
Zunahme um 10,6 %

Neubaugürtel
2016: 1.598 Rf
2015: 1.634 Rf
2014: 1.708 Rf
2013: 1.547 Rf
Zunahme um 3,3%

Opernring Innen
2016: 3.101 Rf
2015: 2.946 Rf
2014: 3.099 Rf
2013: 2.762 Rf
Zunahme um 12,3%

Opernring außen
2016: 1.735 Rf
2015: 1.718 Rf
2014: 1.559 Rf
2013: 1.219 Rf
Zunahme um 42,3 %

Operngasse
2016: 4.080 Rf
2015: 3.621 Rf
2014: 3.685 Rf
2013: 3.712 Rf
Zunahme um 9,9%

Praterstern
2016: 2.781 Rf
2015: 2.774 Rf
2014: 2.605 Rf
2013: 2.774 Rf
Zunahme um 0,3%

An den 7 wichtigsten Zählstellen gibt es also im Verlauf von 4 Jahren (2013 auf 2016) eine durchschnittliche Zunahme des Radverkehrs um 15,7%.
Quelle: www.nast.at

Error 404

22. Februar 2017

Ich muss mich korrigieren… Nachtrag zu „Auf den Hund gekommen…“, vom 20. Feber 2017.

Auf unten stehendem Foto ist noch ein zweiter Hund zu sehen, wie mich Katharina Polheim vom TATI aufmerksam macht:
„… In der Sakkotasche befindet sich noch ein kleiner Dackel…!
(siehe gelber Pfeil)

Screenshot 2017-02-22 12.35.00.png Plakat gesehen bei: TATI, 8., Lange Gasse 26

Am meisten befahren…

20. Februar 2017

Einer der ersten in Wien gebauten Zweirichtungs-Radwege in 4., Operngasse, etwa auf Höhe der Wienzeile/B1.

BILD1324.JPG Foto: Ho

Hier die durchschnittlichen Zahlen der vergangenen 3 Jahre (wochentags Mo – Fr):
2014 3 685 Rf
2015 3 621 Rf
2016 4 080 Rf
(Zählstelle gibt es erst ab Juli 2013)
Steigerung seit 2014 10,7%
Spitzenwert im Verlauf der letzten 3 Jahre war 2016 der Juni mit 6.920 Rf.

Der Zweirichtungs-Radweg ist in die Jahre gekommen:
Schön langsam könnte man sich von Seiten der Bezirks- und Stadtpolitik doch fragen, ob der seit 30 Jahren bestehende Radweg nicht einer Überarbeitung unterzogen gehörte, vor allem was die Breite betrifft!?
Auf wessen Kosten?
Wohl an Stelle einer Parkspur oder unter Aufgabe einer Fahrspur… die Operngasse, später Margaretenstraße, wird etwa stadtauswärts ohnedies nur einstreifig!

Auf den Hund gekommen…

20. Februar 2017

Eine weitere „Viecherei“:

BILD5141 Kopie.JPGPlakat gesehen bei: TATI, 8., Lange Gasse 26

Während manche Autofahrer „für Tiere bremsen“ (etliche vergessen das aber auch bei den Fußgehern am Zebrastreifen zu tun!?), erbarmt sich dieser Radler und nimmt den Hund auf dem Rücken mit…

Nachlese 2016

20. Februar 2017

Wolfgang Brunner, nicht nur genialer Radl-Zangler… sondern Hasen-Liebhaber!

BrunnerWienerBezirksblatt.jpgAbb.: wienerbezirksblatt

Auf die Radlszene bezogen heißt das aber nicht, dass nur die Radln der „Hasen“, also der schnellen wendigen, selbstwussten Typen repariert werden, sondern vor allem der „Schildkröten“, das sind jene, die meistens mit einfachen, wenig Trendy-Geräten herumgurken, lieber Radwege als Fahrbahnmarkierungen haben wollen und hie und da auch mal auf den Gehsteigen unterwegs sind!

Vergleichen…

20. Februar 2017

Wie entwickelte sich der Radverkehr in den Wintermonaten Dezember/Jänner etwa im Bereich 1. Opernring, werktags Montag bis Freitag?

Im Jänner 2017

Jänner2017.pngAbb. www.nast.at

Im Dezember 2016

Dezember2015.png Abb. www.nast.at

Für beide Monate fällt auf, dass es an dieser „prominenten“ Zählstelle (von insgesamt 12) einen ziemlich starken Rückgang des Wochentagsverkehrs gab. In den Vergleichsmonaten gab es niedrigere Temperaturen – Dezember 2016 um 3,2 Grad kälter, Jänner 2017 um 5,1 Grad kälter…
Jänner 2017 gab es an 7 Werktagen „Schneehöhen“, 2016 an 6 Werktagen,
Dezember 2016 Niederschläge bis 4,8 mm, 2015 bis 10,6 mm.

Zu anderen wichtigen Zählstellen:
Argentinierstraße
Jänner 2017 im Vergleich zu Jänner 2016
2017:   826 Rf
2016: 1.018 Rf
Abnahme: 18,9%
Dezember 2016 im Vergleich zu Dezember 2015
2016: 1.114 Rf
2015: 1.141 Rf
Abnahme: 2,4%

Lasallestraße
Jänner 2017 im Vergleich zu Jänner 2016
2017:   501 Rf
2016:   643 Rf
Abnahme: 22.9%
Dezember 2016 im Vergleich zu Dezember 2015
2016: 754 Rf
2015: 810 Rf
Abnahme: 7,9%

Neubaugürtel
Jänner 2017 im Vergleich zu Jänner 2016
2017 507 Rf
2016 733 Rf
Abnahme 30,8%
Dezember 2016 im Vergleich zu Dezember 2015
2016 705 Rf
2015 882 Rf
Abnahme 20,1%

Operngasse
Jänner 2017 im Vergleich zu Jänner 2016
2017 1.366 Rf
2016 1.879 Rf
Abnahme 27,3%
Dezember 2016 im Vergleich zu Dezember 2015
2016 1.925 Rf
2015 2.222 Rf
Abnahme 13,4%

Praterstern
Jänner 2017 im Vergleich zu Jänner 2016
2017:    808 Rf
2016: 1.093 Rf
Abnahme 26,1%
Dezember 2016 im Vergleich zu Dezember 2015
2016: 1.070 Rf
2015: 1.269 Rf
Abnahme 15,7%

Gesamt-Vergleich Jänner 2017 auf 2016:
Abnahme des Radverkehrs an Werktagen um 25,2%.
Gesamt-Vergleich Dezember 2016 auf 2015:
Abnahme des Radverkehrs an Werktagen um 11,9%.

Meine Meinung: Eher kein Anlass für „Jubelmeldungen“…

80% im Mischverkehr

4. Januar 2017

Ein holländischer Verkehrsplaner, Dick van Veen, unterwegs als Ratgeber und Planer in Ottawa, Kanada, meint:

„…In den Niederlanden, oft als das Radfahr-Paradies angesehen, werden 80% der städtischen Straßen im „Mischverkehr“ benutzt, Radfahrer und Autos teilen sich die Fahrbahnen. So gesehen muss es etwas Gutes an der gemeinsamen Nutzung der Straße geben.
Wie immer, in den Niederlanden wird jedoch die Vermischung der Verkehrsarten aus der Sicht der Verkehrssicherheit betrachtet.
Die 30-km/h-Grenze ist der Schlüssel zum ‚gemeinsamen Raum’ (Shared Space); Mischverkehr mit höheren Geschwindigkeiten gilt als zu unsicher und damit „unethisch“.
Bei höheren Geschwindigkeiten ist die Trennung ein Muss (zumindest ein Radstreifen, vorzugsweise ein „geschützter“, vom Autoverkehr abgetrennter, Radweg).“
Quelle:
http://www.streetsblog.net/2015/12/03/a-dutch-bicycle-engineers-perspective-on-the-sharrow/

Ein Beispiel aus Amsterdam:
Links ein Radweg, baulich getrennt, rechts ein Radstreifen auf Fahrbahn-Niveau; was fehlt sind die bei uns überall abgestellten Autos…

A-dam2.jpg
Abb.: Stadtplanung A-dam