Auf und ab…

20. Dezember 2017

…geht es mit den Radverkehrszahlen, wenn man sich die Ergebnisse der amtlichen Zählstellen ansieht.

Hier einige Zählstellen auf Hauptradrouten…
Zunahmen gab es im Vergleich zum November des Vorjahres 2016 in
Argentinierstraße: 4,5%
Neubaugürtel: 3,7%
Opernring Außen: 6,8%
Operngasse: 5,0%
Praterstern: 17,4%

Abnahmen
Lasallestraße: 9,9%
Opernring Innen: 2,4%

Durchschnittliche Zunahme an 5 Stellen um 7,6%, an 2 Stellen Abnahme um 6,2%.

Auf www.nast.at heißt es zum Wetter:
„Im November 2017 war die durchschnittliche Temperatur an Werktagen mit 7,4 °C um 1,4 °C höher als im Vorjahr. Es wurden an 7 Werktagen im November 2017 Niederschlagsmengen bis zu 10,4 mm registriert. Im Vorjahr wurden an 11 Werktagen Niederschlagsmengen bis zu 6,8 mm verzeichnet.“
Heuer war es etwas wärmer, dafür hat es mehr geregnet…

Es gibt auch eine neue Zählstelle im Verlauf der Radroute Pfeilgasse im 8. Bezirk Josefstadt; interessant wäre halt auch eine entsprechende Stelle in der parallelen Schienen-/Geschäftsstraße Josefstädter Straße gewesen, weil dort nach privaten Zählungen gleichviel Radlerinnen und Radler unterwegs sind…!

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Arabischer Winter

20. Dezember 2017

Screenshot 2016-12-22 13.48.11 Kopie 2.jpg

Wenn man das Foto ansieht und sich in die Situation dieser Kinder hineindenkt, so werden wohl unserer „Probleme“ ziemlich klein…

„Haifischzähne“…

20. Dezember 2017

…sind dreieckige Bodenmarkierungen, die, wenn sie auf einen zeigen, sei es als Radfahrer, Motorrad- oder Autolenker eine Nachrang-Situation anzeigen.

Bildschirmfoto 2017-10-08 um 10.24.04.png
Abb.: DutchCycling

Das kann man schon Kindern erklären…
Da diese „Haifischzähne“ im direkten Gesichtsfeld eines Fahrzeuglenkers aufgebracht werden, sind sie auch viel wirksamer als der „Geßler-Hut“ Vorranggeben in Form der Verkehrstafel am rechten Fahrbahnrand!

Das ist wohl eine Binsenweisheit…könnte man meinen!?
Trotzdem weigert man sich in Wien diese offensichtlich der Verkehrssicherheit dienende Markierung anzubringen…
In Niederösterreich findet man diese Warnsymbole aber, öfters auch ohne Kombination mit der Verkehrstafel „Vorrangrang geben“.
In der Schweiz ist das ebenso seit Jahren üblich.

Hier ein Video mit den holländischen StVO-Vorschriften:
Road signs and regulations for cycling in the Netherlands
https://www.youtube.com/ watch?v=x-cYZo5kToM

Ab 4:29 bis 4:55
„Haifischzähne“.

Radlgrüße aus Namibia

20. Dezember 2017

Urlaub am Bauernhof, sozusagen, auf afrikanisch…nur, wenn da halt nicht die Anreise wäre.

IMG_2821.JPG
Foto Bernd Dietel

Vollholzrad (sogar Kette und Reifen), gesichtet auf der Gästefarm Ababis.
https://www.ababis-gaestefarm.de

PS: Ich glaube, im Vergleich dazu sind die neuerdings soviel Aufregung verursachenden „chinesischen“ Fahrräder doch bequemer…

OFO und OBike…

30. Oktober 2017

Keine UFOs, sondern bloß chinesische Fahrräder sind in Wien gelandet – und es gab Aufregung, z. B. im 1. Bezirk, weil die Fahrräder überall herumstehen… Der Bezirksvorsteher der inneren Stadt Figl, wollte sogar, nach der Zeitung Österreich, „auf die Barrikaden gehen“.Bildschirmfoto 2017-09-30 um 07.46.49.png
„Österreich“, 28/9/2017

Manche sagen, dieses System wäre die Zukunft und das derzeitige „Citybike“ (2018 wird es 15 Jahre alt!) ein Auslauf-Modell. Das Genügsame an OFO ist, dass es nicht die teure Infrastruktur braucht, wie etwa das Wiener System.

CityBikeWienDE3.2003.jpgAbb.: Citybike Wien, im „Drahtesel“ 3/2003

Die Errichtung der Stationen in Wien sind auch immer ein Platzproblem – wohin mit den Stationen, ohne dass man den Autofahrern und Fußgeher was wegnimmt, wenn dann ein Platz gefunden ist im öffentlichen Raum, geht es um teure Zuleitungen.
OFO überlässt das Abstellen der Fahrräder im öffentlichen Raum den Benutzern…
Die Fahrräder stehen dann in den oft schon zugestellten “Wiener Bügeln“, auf zu schmalen Gehsteigen (weniger als 2,00m), an den Hausmauern oder landen gar im Wienfluss…

Ein richtig abgestelltes Fahrrad – auch wenn der Gehsteig hier breiter als 2,00m ist. Foto 5.JPGFoto: H. D.

Zum Fahrrad:
Ein-Gang Fahrzeug, Pannensichere Reifen, Nabendynamo, Korb vorne, Aufrechte Sitzposition (unangenehmer Sattel!).
Benutzbar mit Smartphone, Kosten ab November 1 Euro pro Stunde.
Vorteil gegenüber dem Citybike-System:
OFO-Fahrräder werden auch dort von den Betreibern aufgestellt, wo es keine „Citybikes“ gibt, z. B. in Trandanubien.

PS: Mir ist mein Uralt-Klappradl lieber – aber Touristen werden sicher auf die chinesischen Radln zugreifen und in Ermangelung eines durchgehenden, eindeutigen, sicheren Radwegesystems die Gehsteige unsicher machen, wie es ja schon seit Jahren mit den „Citybikes“ auch geschieht.

Wie breit?

30. Oktober 2017

Obwohl in jüngster Zeit in Wien „Mehrzweckstreifen“ breiter markiert werden, werden diese Radstreifen von schwächeren Radler und Familien-Radlern nicht recht angenommen…

16., Wattgasse

16Wattgasse.png
Fotos: H.D. 

Hier ein Video aus dem Jahr 2011, das die Breiten von Radstreifen, bzw. Radwegen (sowohl Einrichtungs- als auch Zweirichtungs-Radwege) in Holland, zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=vmLQp7xur-k&feature=youtu.be

Der Autor Mark Wagenbuur betreibt seit Jahren den sehr informativen Blog „Bicycle Dutch“, meint im Vorwort zum Video:
„Wie breit ist ein niederländischer Radweg?
Es gibt kein Gesetz, das die minimale Breite der niederländischen Radwege angibt. Aber es gibt gewichtige Empfehlungen. Das absolute Minimum eines Radstreifens beträgt 1,25 m und beim Radweg 2,00 m. Schauen wir, ob die Radwege und Radstreifen diese Mindestempfehlungen erfüllen:“

Also ähnlich, wie in Österreich…
Es gibt bei uns „Richtlinien“, z. B. die RVS 03.02.13 Radverkehr, herausgegeben von der FSV, Forschungsgesellschaft in Wien 4., Karlsgasse.
Damit wird versucht, nach dem „Stand der Technik“, ein Regelwerk zu bieten, das aber nicht verbindlich ist, d. h. weder Planer noch Politiker müssen sich daran halten!

Und hier beginnt eigentlich das ganze Dilemma:
Zur Breite eines Radstreifen neben einer Stellplatzspur empfiehlt die RVS-Richtlinie als „Regelmaß“ 1,75m; es gibt aber (leider) auch ein „Klammermaß“ für beengte Verhältnisse, das bloß 1,50m nennt…
Dieses Maß wurde im Laufe der Jahre in Wien (aber auch im übrigen Österreich) zum „Regelmaß“ – zum Ärger vieler kritischer Radlerinnen und Radler!

Warum die Kritik?
Wenn man diese 1,50m breiten, besser schmalen „Radspuren“ mittig befährt, ist man im direkten Bereich der „Türzone“, von unvorsichtig geöffneten Autotüren!?

Man wird hierorts nicht darum herumkommen bei Radstreifen/Mehrzweckstreifen auf 2,00m Breite aufzuweiten, d. h. Platz auf den Fahrbahnen zuungunsten des ruhenden und fahrenden Kfz-Verkehrs!
Wenn (politisch) kein Platz auf den Fahrbahnen zu schaffen ist, ist es allemal besser gar nichts zu markieren!

Sehr weit gedacht…

1. Oktober 2017

Viel Geld steckte die Stadt Wien in die Verlängerung der U-Bahnlinie U1 um einige Stationen… mehr als eine halbe Milliarde Euro hat das gekostet!
Kritiker meinen, man sollte lieber die Straßenbahnen an der Oberfläche ausbauen.

Bildschirmfoto 2017-09-17 um 18.30.31.png
Foto: Ho

Sei’s drum… für Radlerinnen und Radler gibt sich nun aber ein Nutzen: Ich denke da an die  jährlichen ARGUS-Radausflüge am 15. August nach Loretto im Burgenland.

Am Ende des Tages sahen sich etliche Male die müden Rad-PilgerInnen, schon in der Dunkelheit, der Herausforderung der Überwindung des kurzen Anstieges des Wienerberges gegenüber – die damalige Endstelle der U1 am Reumannplatz anstrebend!
Nun kann man sich die „Berg-Etappe“ ersparen und mit dem Fahrrad in die neue U-Bahn Endstelle Oberlaa flüchten… und das bis spät in die Nacht!

Ein weiterer Nutzen – bis der Radweg weitergebaut wird – ist wohl dieses Radwegende mit dem Bankerl (nicht ganz ernst gemeint!!!):

Bankerl.JPGFoto: Ho

Anderes „ENDE“:
Wenn man am Praterstern einsteigt, ist man in 11 Minuten in Oberlaa…
Da ist unten stehendes Musikstück noch nicht zu ENDE.

The End:
https://www.youtube.com/watch?v=JSUIQgEVDM4

Über den Sommer…

30. September 2017

„Die Radsaison ist vorbei…“ Viele hören das gar nicht gern, das Fahrrad als ideales innerstädtisches Verkehrsmittel dürfte eigentlich keine „Saison“ haben…

Andererseits: Machen wir uns nichts vor – in Wien gibt es halt sehr viele „Schönwetter“-Radlerinnen und Radler, das merkt man daran, wie die Zahlen zurückgehen, wenn es so ungemütlich und regnerisch wie im vergangenen September ist.
Regen und Kälte waren ausschlaggebend…
Mehr: http://www.nast.at

September 2017
Wochentags Mo – Fr; im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres:
Argentinierstraße:
Abnahme um 26,4%
Donaukanal:
Abnahme um 25,0%
Langobardenstraße:
Abnahme um 1,6 %
Lasallestraße:
Abnahme 49,1%
Liesingbach:
Abnahme 40,1%
Neubaugürtel:
Abnahme 21,0%
Opernring (Innen und Außen)
Abnahme um 27,1%
Wienzeile:
Abnahme um 26,8%
Margaritensteg:
Abnahme um 22,9%
Operngasse:
Abnahme um 33,9%
Praterstern:
Abnahme um 22,4%
Insgesamt: Abnahme minus 26,7% an den 12 Zählstellen

Quartalsergebnisse anhand der 12 Stellen im Wiener Radverkehrsnetz, d. h. Juli, August und September 2017
Werktags Mo – Fr: minus 8,4%
Samstags: minus 18,2%
Sonn- und feiertags: minus 25,2%
(Detail: am Donaukanal: minus 67,5%).

Trotzdem: Jahrestrend positiv
Im Vergleich über 6 Jahre bilanzieren 8 von den 12 Zählstellen stark positiv, drei
sind nur knapp voran (Opernring Innen, Wienzeile und Operngasse), einzig die Zählstelle Margaritensteg liegt im Minus-Trend.
Quelle: http://www.nast.at

Eine Postkarte aus Wien…

12. September 2017

Der holländische „Rad-Advokat“ Mark Wagenbuur war in Wien und keppelt über die „Musterstadt“, wie es sonst nur gelernte Wiener tun…

>> Von den 1300 km „Radfahranlagen“ seien bloß 9% Radwege, baulich getrennt vom Kfz-Verkehr,
>> am Ring funktioniere die Trennung Radverkehr/Fußgeher nur sehr mangelhaft,
>> Kinder auf dem Fahrrad sehe man kaum, wenn, dann nur mit Scootern am Gehsteig,
>> daran schuld sei die seltsame Gesetzeslage, die Kinder z. B. das Tragen von Helmen vorschreibt.
>> Dass nur ein Kind pro Fahrrad erlaubt ist, wird ebenso kritisiert…
>> Wien sei zu dem (noch immer) eine „Autostadt“.

Für viele Kritiker nichts neues, aber vielleicht selber lesen:
https://bicycledutch.wordpress.com/2017/08/22/a-postcard-from-vienna/

1965:
Österreichische Kinder fahren Fahrrad – damals noch ohne Helm!

„Picktogramme?“

30. August 2017

Böse Zungen behaupten, das zur Führung des Radverkehrs oft angewandte Fahrrad-Piktogramm, käme davon her, dass diese Symbole gleichsam „angepickt“ an geparkte Autos aufgemalt werden…

FRPiktogramm.jpeg
Foto Ho

Warum das seitens der Planung so gemacht wird – seit Jahren – ist wohl eine spezielle Frage…

Eine gewisse Analogie zu den Park-Garagen gibt es, die angeblich auch so heißen, weil diese meistens unter Parks eingerichtet werden sollen, was etliche Bürgerinitiativen auf den Plan ruft, die dagegen argumentieren, weil man dann keine „gescheiten“ Bäume mehr setzen kann.
Was offensichtlich leicht nachzuweisen ist, wenn man sich etwa die verdorrenden Bäume über der Garage in Wien 8., Florianigasse vor dem Bezirksamt ansieht…