Archive for the ‘Rad’ Category

OFO und OBike…

30. Oktober 2017

Keine UFOs, sondern bloß chinesische Fahrräder sind in Wien gelandet – und es gab Aufregung, z. B. im 1. Bezirk, weil die Fahrräder überall herumstehen… Der Bezirksvorsteher der inneren Stadt Figl, wollte sogar, nach der Zeitung Österreich, „auf die Barrikaden gehen“.Bildschirmfoto 2017-09-30 um 07.46.49.png
„Österreich“, 28/9/2017

Manche sagen, dieses System wäre die Zukunft und das derzeitige „Citybike“ (2018 wird es 15 Jahre alt!) ein Auslauf-Modell. Das Genügsame an OFO ist, dass es nicht die teure Infrastruktur braucht, wie etwa das Wiener System.

CityBikeWienDE3.2003.jpgAbb.: Citybike Wien, im „Drahtesel“ 3/2003

Die Errichtung der Stationen in Wien sind auch immer ein Platzproblem – wohin mit den Stationen, ohne dass man den Autofahrern und Fußgeher was wegnimmt, wenn dann ein Platz gefunden ist im öffentlichen Raum, geht es um teure Zuleitungen.
OFO überlässt das Abstellen der Fahrräder im öffentlichen Raum den Benutzern…
Die Fahrräder stehen dann in den oft schon zugestellten “Wiener Bügeln“, auf zu schmalen Gehsteigen (weniger als 2,00m), an den Hausmauern oder landen gar im Wienfluss…

Ein richtig abgestelltes Fahrrad – auch wenn der Gehsteig hier breiter als 2,00m ist. Foto 5.JPGFoto: H. D.

Zum Fahrrad:
Ein-Gang Fahrzeug, Pannensichere Reifen, Nabendynamo, Korb vorne, Aufrechte Sitzposition (unangenehmer Sattel!).
Benutzbar mit Smartphone, Kosten ab November 1 Euro pro Stunde.
Vorteil gegenüber dem Citybike-System:
OFO-Fahrräder werden auch dort von den Betreibern aufgestellt, wo es keine „Citybikes“ gibt, z. B. in Trandanubien.

PS: Mir ist mein Uralt-Klappradl lieber – aber Touristen werden sicher auf die chinesischen Radln zugreifen und in Ermangelung eines durchgehenden, eindeutigen, sicheren Radwegesystems die Gehsteige unsicher machen, wie es ja schon seit Jahren mit den „Citybikes“ auch geschieht.

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Wie breit?

30. Oktober 2017

Obwohl in jüngster Zeit in Wien „Mehrzweckstreifen“ breiter markiert werden, werden diese Radstreifen von schwächeren Radler und Familien-Radlern nicht recht angenommen…

16., Wattgasse

16Wattgasse.png
Fotos: H.D. 

Hier ein Video aus dem Jahr 2011, das die Breiten von Radstreifen, bzw. Radwegen (sowohl Einrichtungs- als auch Zweirichtungs-Radwege) in Holland, zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=vmLQp7xur-k&feature=youtu.be

Der Autor Mark Wagenbuur betreibt seit Jahren den sehr informativen Blog „Bicycle Dutch“, meint im Vorwort zum Video:
„Wie breit ist ein niederländischer Radweg?
Es gibt kein Gesetz, das die minimale Breite der niederländischen Radwege angibt. Aber es gibt gewichtige Empfehlungen. Das absolute Minimum eines Radstreifens beträgt 1,25 m und beim Radweg 2,00 m. Schauen wir, ob die Radwege und Radstreifen diese Mindestempfehlungen erfüllen:“

Also ähnlich, wie in Österreich…
Es gibt bei uns „Richtlinien“, z. B. die RVS 03.02.13 Radverkehr, herausgegeben von der FSV, Forschungsgesellschaft in Wien 4., Karlsgasse.
Damit wird versucht, nach dem „Stand der Technik“, ein Regelwerk zu bieten, das aber nicht verbindlich ist, d. h. weder Planer noch Politiker müssen sich daran halten!

Und hier beginnt eigentlich das ganze Dilemma:
Zur Breite eines Radstreifen neben einer Stellplatzspur empfiehlt die RVS-Richtlinie als „Regelmaß“ 1,75m; es gibt aber (leider) auch ein „Klammermaß“ für beengte Verhältnisse, das bloß 1,50m nennt…
Dieses Maß wurde im Laufe der Jahre in Wien (aber auch im übrigen Österreich) zum „Regelmaß“ – zum Ärger vieler kritischer Radlerinnen und Radler!

Warum die Kritik?
Wenn man diese 1,50m breiten, besser schmalen „Radspuren“ mittig befährt, ist man im direkten Bereich der „Türzone“, von unvorsichtig geöffneten Autotüren!?

Man wird hierorts nicht darum herumkommen bei Radstreifen/Mehrzweckstreifen auf 2,00m Breite aufzuweiten, d. h. Platz auf den Fahrbahnen zuungunsten des ruhenden und fahrenden Kfz-Verkehrs!
Wenn (politisch) kein Platz auf den Fahrbahnen zu schaffen ist, ist es allemal besser gar nichts zu markieren!

Sehr weit gedacht…

1. Oktober 2017

Viel Geld steckte die Stadt Wien in die Verlängerung der U-Bahnlinie U1 um einige Stationen… mehr als eine halbe Milliarde Euro hat das gekostet!
Kritiker meinen, man sollte lieber die Straßenbahnen an der Oberfläche ausbauen.

Bildschirmfoto 2017-09-17 um 18.30.31.png
Foto: Ho

Sei’s drum… für Radlerinnen und Radler gibt sich nun aber ein Nutzen: Ich denke da an die  jährlichen ARGUS-Radausflüge am 15. August nach Loretto im Burgenland.

Am Ende des Tages sahen sich etliche Male die müden Rad-PilgerInnen, schon in der Dunkelheit, der Herausforderung der Überwindung des kurzen Anstieges des Wienerberges gegenüber – die damalige Endstelle der U1 am Reumannplatz anstrebend!
Nun kann man sich die „Berg-Etappe“ ersparen und mit dem Fahrrad in die neue U-Bahn Endstelle Oberlaa flüchten… und das bis spät in die Nacht!

Ein weiterer Nutzen – bis der Radweg weitergebaut wird – ist wohl dieses Radwegende mit dem Bankerl (nicht ganz ernst gemeint!!!):

Bankerl.JPGFoto: Ho

Anderes „ENDE“:
Wenn man am Praterstern einsteigt, ist man in 11 Minuten in Oberlaa…
Da ist unten stehendes Musikstück noch nicht zu ENDE.

The End:
https://www.youtube.com/watch?v=JSUIQgEVDM4

Über den Sommer…

30. September 2017

„Die Radsaison ist vorbei…“ Viele hören das gar nicht gern, das Fahrrad als ideales innerstädtisches Verkehrsmittel dürfte eigentlich keine „Saison“ haben…

Andererseits: Machen wir uns nichts vor – in Wien gibt es halt sehr viele „Schönwetter“-Radlerinnen und Radler, das merkt man daran, wie die Zahlen zurückgehen, wenn es so ungemütlich und regnerisch wie im vergangenen September ist.
Regen und Kälte waren ausschlaggebend…
Mehr: http://www.nast.at

September 2017
Wochentags Mo – Fr; im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres:
Argentinierstraße:
Abnahme um 26,4%
Donaukanal:
Abnahme um 25,0%
Langobardenstraße:
Abnahme um 1,6 %
Lasallestraße:
Abnahme 49,1%
Liesingbach:
Abnahme 40,1%
Neubaugürtel:
Abnahme 21,0%
Opernring (Innen und Außen)
Abnahme um 27,1%
Wienzeile:
Abnahme um 26,8%
Margaritensteg:
Abnahme um 22,9%
Operngasse:
Abnahme um 33,9%
Praterstern:
Abnahme um 22,4%
Insgesamt: Abnahme minus 26,7% an den 12 Zählstellen

Quartalsergebnisse anhand der 12 Stellen im Wiener Radverkehrsnetz, d. h. Juli, August und September 2017
Werktags Mo – Fr: minus 8,4%
Samstags: minus 18,2%
Sonn- und feiertags: minus 25,2%
(Detail: am Donaukanal: minus 67,5%).

Trotzdem: Jahrestrend positiv
Im Vergleich über 6 Jahre bilanzieren 8 von den 12 Zählstellen stark positiv, drei
sind nur knapp voran (Opernring Innen, Wienzeile und Operngasse), einzig die Zählstelle Margaritensteg liegt im Minus-Trend.
Quelle: http://www.nast.at

Eine Postkarte aus Wien…

12. September 2017

Der holländische „Rad-Advokat“ Mark Wagenbuur war in Wien und keppelt über die „Musterstadt“, wie es sonst nur gelernte Wiener tun…

>> Von den 1300 km „Radfahranlagen“ seien bloß 9% Radwege, baulich getrennt vom Kfz-Verkehr,
>> am Ring funktioniere die Trennung Radverkehr/Fußgeher nur sehr mangelhaft,
>> Kinder auf dem Fahrrad sehe man kaum, wenn, dann nur mit Scootern am Gehsteig,
>> daran schuld sei die seltsame Gesetzeslage, die Kinder z. B. das Tragen von Helmen vorschreibt.
>> Dass nur ein Kind pro Fahrrad erlaubt ist, wird ebenso kritisiert…
>> Wien sei zu dem (noch immer) eine „Autostadt“.

Für viele Kritiker nichts neues, aber vielleicht selber lesen:
https://bicycledutch.wordpress.com/2017/08/22/a-postcard-from-vienna/

1965:
Österreichische Kinder fahren Fahrrad – damals noch ohne Helm!

„Picktogramme?“

30. August 2017

Böse Zungen behaupten, das zur Führung des Radverkehrs oft angewandte Fahrrad-Piktogramm, käme davon her, dass diese Symbole gleichsam „angepickt“ an geparkte Autos aufgemalt werden…

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Foto Ho

Warum das seitens der Planung so gemacht wird – seit Jahren – ist wohl eine spezielle Frage…

Eine gewisse Analogie zu den Park-Garagen gibt es, die angeblich auch so heißen, weil diese meistens unter Parks eingerichtet werden sollen, was etliche Bürgerinitiativen auf den Plan ruft, die dagegen argumentieren, weil man dann keine „gescheiten“ Bäume mehr setzen kann.
Was offensichtlich leicht nachzuweisen ist, wenn man sich etwa die verdorrenden Bäume über der Garage in Wien 8., Florianigasse vor dem Bezirksamt ansieht…

Die Meinung der Autofahrer…

30. August 2017

Radstreifen stehen ja unter Kritik vieler Radlerinnen und Radler, vor allem von „Familien-Radlern“, aber auch ältere Semester fühlen sich mitten im Autoverkehr eher unsicher.

Jüngst befragte man im Spiegel ONLINE Autofahrer, was sie von den Radstreifen auf der Fahrbahn hielten:

Spiegel24.4.17.png
Spiegel ONLINE

Es handelt sich dabei nur um ein „Stimmungsbild“, wie ja fairerweise drauf hingewiesen wird – interessant, dies auf Wien zu beziehen, ist es allemal:
60% der befragten Autofahrer meinten, die Radstreifen „sollten breiter sein“!!!

Wie wäre es, wenn das Verkehrsressort der Stadt Wien sich einmal zu so einer Umfrage hinreißen lassen würde, ja wenn man einmal die Radlerinnen und Radler selbst zu Wort kommen ließe, was sie von den vielen „Radstreiferln“, teilweise auf Fahrbahnen mit mörderisch schnellem und dichtem Kfz-Verkehr hielten?

Aber vielleicht gibt es so etwas ohnehin im „Geheimen Verkehrskonzept“ – von dem immer mit vorgehaltener Hand die Rede ist, nur traut sich das niemand an die Öffentlichkeit bringen, weil dann von der oft beschworenen Radfreundlichkeit der Wienerstadt nicht viel übrig bleiben würde…

Stadt(ver)wicklungen…

30. August 2017

Ein Vormittag im August 2017 beim und im Helmut-Zilk-Park, inmitten des neuen Stadtenwicklungsgebietes

In einem der Wohnblöcke meint eine Frau: „Ich wohne da im 4. Stock bin sehr zufrieden, finde das alles sehr gut… für meine Genossenschaftswohnung habe ich 25.000 Euro bezahlt, weiters monatlich 350.- Euro für 50 m2…“
„In der Nacht hört man manchmal die Bahn, die Güterzüge, aber das macht mir nix, ich habe mich dran gewöhnt…“

In der Mitte des Parks: „Der Mann“.
Eine Mitarbeiterin im Cafehaus findet es eigenartig, dass die Radler da nicht zufahren dürfen… Sie freut sich über meine Einschätzung des Lokals – „Das ist das Beste an der ganzen Gegend“, sage ich – sie wohnt weit weg, im 22. Bezirk.

Im Lokal: Zur Überraschung Roland Rainer Stadthallen-Sessel (nachgemachte).

Wenn der „untere Wind“ weht: Von Westen kommt ein Riesen-Flieger, fast in Kopfhöhe… man kann die Buchstaben der Fluglinie lesen…

Der schlimmste der Fälle: Bei Wind aus Südost – Fluglärm und Bahnlärm ergänzen sich…

Im Park: Breite Wege, aber Radfahrverbot, der „Zilk-Helmerl“, ehemals Bürgermeister der Stadt Wien, wird er sich im Grab umdrehen? – Zilk hat seinerzeit Tafeln bei der Rathaus-Ausfahrt aufhängen lassen: Einfahrt verboten, ausgenommen Fahrräder.

10.HelmutZilkPark.png
Text aus Kronenzeitung, 13. August 2017

Noch sieht man gegen Nordosten, über die Bahn die historistische Architektur des Arsenals, aber bald gibt es auch da die uniformen Blöcke, manche sagen „Ego-Burgen“ dazu…
Ist der Flieger ein Fingerzeig, wohin sich die Leute flüchten könnten?

 

„Wozu der Aufwand?“

30. August 2017

Könnte man fragen, nach einer Verkehrsbeobachtung an einem Samstag im Juli 2017.

In der 2., Obere Augartenstraße findet man einen (problematischen) Geh-und Radweg, getrennt durch Markierung – aus der Urzeit der Radler-Bewegung, den 1980er Jahren. Eine zweistreifige Fahrbahn, teilweise aufgeweitet im Kreuzungsbereich, trennt durch eine Gebüschreihe den Radweg vom MIV.

Vor einiger Zeit war man sich von politischer Seite sicher, die Benützungspflicht dieses Radweges von der Castellezgasse bis zum Gaußplatz, also in voller Länge, aufzuheben.

EckigeTafel.jpg
Die eckige Tafel zeigt an, dass man als Radler den Radweg nicht benutzen muss – gilt dass dann auch für Fußgeher, fragen Spötter!?

An diesem Samstag, von 17:30 bis 18:00 Uhr – es war mit 30 Grad sehr warm und windstill – konnte man beobachten (Standort Höhe Malzgasse):
Auf dem Radweg fuhren in Richtung Taborstraße 18 Radler, davon einer auf einem Rennrad, in Richtung Untere Augartenstraße (Gaußplatz) 46 Radler, davon 3 Rf auf einem Rennrad.
Ergibt für beide Richtungen: 64 Radler.
Auf der Fahrbahn fuhr in Richtung Taborstraße kein Radler, in Richtung Untere Augartenstraße (Gaußplatz) einer auf einem Rennrad.

Es stehen sich also 64 Radler auf dem Geh- und Radweg und ein Radler auf der Fahrbahn gegenüber.

Meine Interpretation:
>> Trotz aufgehobener Benutzungspflicht fahren hier die Menschen lieber auf dem Radweg;
>> Ich konnte keinen größeren Geschwindigkeitsunterschied zwischen demjenigen Radfahrer, der mit Rennrad auf der Fahrbahn unterwegs war und den 4 mit Rennrad auf dem Geh- und Radweg fahrenden ausmachen…
>> Es stellt sich also für mich die Frage, ob sich der Aufwand der Aufhebung der Benutzungspflicht gelohnt hat!?

Nebenbei:
Eine Untersuchung aus der BRD aus dem Jahr 2009 – es wurden 39.000 RadlerInnen befragt ergab:
Bloß 4% benutzten bei aufgehobener Benutzungspflicht die Fahrbahn
http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2661

 

Bauarbeiten am Radweg…

20. Juli 2017

Beobachter:
fotografiert an einer Baustelle…
Polier (Baufirma Schnorr):
“Wos fotografieren’s denn do?”
Beobachter:
“Die Steine , die da so komisch in den Asphalt eingebaut sind…
Wozu sind die denn da?”

Bildschirmfoto 2017-07-20 um 09.50.39.png
Foto: UnArt

Radfahrer
vorbei kommend, mischt sich ein:
“Ja wirklich, wozu soll der Bledsinn gut sein, wirklich wahr, die Stadt Wien hat eh kein Geld mehr und dann machen’s so was!?”
Polier, sich verteidigend:
„Des hot ma’ uns angeschafft, wir müssen des so mochn!“
Radfahrer:
„Wer hat ihnen das angeschafft,  die Vassilakou – oder die “Granit-Mafia?“
Polier:
„Na, des kommt vom Hr. Ablinger von der MA 28A… vom Straßenbau – wir miassn des mochn, wos de sagen!”
Beobachter:
“Es gibt Stellen, wo das auch so ist und mit der Zeit hat sich da ein Niveauunterschied gebildet, das ergibt einen “Rumpler”, wenn man da mit dem Rad drüberfährt…”
Radfahrer:
“Ja genau, wegen dem habe ich ja gesagt , dass das ein Bledsinn ist!“
Zum Polier: “Wissen wos? Ich geb’ ihnen einen 50er, wenn sie den Stein wieder rausnehmen und stattdessen asphaltieren…“
Beobachter:
„Gute Idee, ich schließe mich an, da liegen zwei Steine, also
80 Euro  für die zwei, insgesamt…“
Polier (schwankt, kratzt sich am Kopf):
“…Na aber des geht net, wirkli’, des geht net, mir san nur die Baufirma… mir miassn des mochn, wos uns de angschafft hobn…
Die 3 diskutieren noch eine Weile…

PS: Nach amtlicher Meinung dienen
diese „Querstreifen dazu, auf die Rampe aufmerksam zu machen“!?
Wenn man nachforscht, findet man so etwas in der Art in keinem Beispiel, wo Radwege im Kreuzungsbereich auf die Fahrbahn auslaufen…