Archive for the ‘Rad’ Category

Sehr weit gedacht…

1. Oktober 2017

Viel Geld steckte die Stadt Wien in die Verlängerung der U-Bahnlinie U1 um einige Stationen… mehr als eine halbe Milliarde Euro hat das gekostet!
Kritiker meinen, man sollte lieber die Straßenbahnen an der Oberfläche ausbauen.

Bildschirmfoto 2017-09-17 um 18.30.31.png
Foto: Ho

Sei’s drum… für Radlerinnen und Radler gibt sich nun aber ein Nutzen: Ich denke da an die  jährlichen ARGUS-Radausflüge am 15. August nach Loretto im Burgenland.

Am Ende des Tages sahen sich etliche Male die müden Rad-PilgerInnen, schon in der Dunkelheit, der Herausforderung der Überwindung des kurzen Anstieges des Wienerberges gegenüber – die damalige Endstelle der U1 am Reumannplatz anstrebend!
Nun kann man sich die „Berg-Etappe“ ersparen und mit dem Fahrrad in die neue U-Bahn Endstelle Oberlaa flüchten… und das bis spät in die Nacht!

Ein weiterer Nutzen – bis der Radweg weitergebaut wird – ist wohl dieses Radwegende mit dem Bankerl (nicht ganz ernst gemeint!!!):

Bankerl.JPGFoto: Ho

Anderes „ENDE“:
Wenn man am Praterstern einsteigt, ist man in 11 Minuten in Oberlaa…
Da ist unten stehendes Musikstück noch nicht zu ENDE.

The End:
https://www.youtube.com/watch?v=JSUIQgEVDM4

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Eine Postkarte aus Wien…

12. September 2017

Der holländische „Rad-Advokat“ Mark Wagenbuur war in Wien und keppelt über die „Musterstadt“, wie es sonst nur gelernte Wiener tun…

>> Von den 1300 km „Radfahranlagen“ seien bloß 9% Radwege, baulich getrennt vom Kfz-Verkehr,
>> am Ring funktioniere die Trennung Radverkehr/Fußgeher nur sehr mangelhaft,
>> Kinder auf dem Fahrrad sehe man kaum, wenn, dann nur mit Scootern am Gehsteig,
>> daran schuld sei die seltsame Gesetzeslage, die Kinder z. B. das Tragen von Helmen vorschreibt.
>> Dass nur ein Kind pro Fahrrad erlaubt ist, wird ebenso kritisiert…
>> Wien sei zu dem (noch immer) eine „Autostadt“.

Für viele Kritiker nichts neues, aber vielleicht selber lesen:
https://bicycledutch.wordpress.com/2017/08/22/a-postcard-from-vienna/

1965:
Österreichische Kinder fahren Fahrrad – damals noch ohne Helm!

„Picktogramme?“

30. August 2017

Böse Zungen behaupten, das zur Führung des Radverkehrs oft angewandte Fahrrad-Piktogramm, käme davon her, dass diese Symbole gleichsam „angepickt“ an geparkte Autos aufgemalt werden…

FRPiktogramm.jpeg
Foto Ho

Warum das seitens der Planung so gemacht wird – seit Jahren – ist wohl eine spezielle Frage…

Eine gewisse Analogie zu den Park-Garagen gibt es, die angeblich auch so heißen, weil diese meistens unter Parks eingerichtet werden sollen, was etliche Bürgerinitiativen auf den Plan ruft, die dagegen argumentieren, weil man dann keine „gescheiten“ Bäume mehr setzen kann.
Was offensichtlich leicht nachzuweisen ist, wenn man sich etwa die verdorrenden Bäume über der Garage in Wien 8., Florianigasse vor dem Bezirksamt ansieht…

Die Meinung der Autofahrer…

30. August 2017

Radstreifen stehen ja unter Kritik vieler Radlerinnen und Radler, vor allem von „Familien-Radlern“, aber auch ältere Semester fühlen sich mitten im Autoverkehr eher unsicher.

Jüngst befragte man im Spiegel ONLINE Autofahrer, was sie von den Radstreifen auf der Fahrbahn hielten:

Spiegel24.4.17.png
Spiegel ONLINE

Es handelt sich dabei nur um ein „Stimmungsbild“, wie ja fairerweise drauf hingewiesen wird – interessant, dies auf Wien zu beziehen, ist es allemal:
60% der befragten Autofahrer meinten, die Radstreifen „sollten breiter sein“!!!

Wie wäre es, wenn das Verkehrsressort der Stadt Wien sich einmal zu so einer Umfrage hinreißen lassen würde, ja wenn man einmal die Radlerinnen und Radler selbst zu Wort kommen ließe, was sie von den vielen „Radstreiferln“, teilweise auf Fahrbahnen mit mörderisch schnellem und dichtem Kfz-Verkehr hielten?

Aber vielleicht gibt es so etwas ohnehin im „Geheimen Verkehrskonzept“ – von dem immer mit vorgehaltener Hand die Rede ist, nur traut sich das niemand an die Öffentlichkeit bringen, weil dann von der oft beschworenen Radfreundlichkeit der Wienerstadt nicht viel übrig bleiben würde…

Stadt(ver)wicklungen…

30. August 2017

Ein Vormittag im August 2017 beim und im Helmut-Zilk-Park, inmitten des neuen Stadtenwicklungsgebietes

In einem der Wohnblöcke meint eine Frau: „Ich wohne da im 4. Stock bin sehr zufrieden, finde das alles sehr gut… für meine Genossenschaftswohnung habe ich 25.000 Euro bezahlt, weiters monatlich 350.- Euro für 50 m2…“
„In der Nacht hört man manchmal die Bahn, die Güterzüge, aber das macht mir nix, ich habe mich dran gewöhnt…“

In der Mitte des Parks: „Der Mann“.
Eine Mitarbeiterin im Cafehaus findet es eigenartig, dass die Radler da nicht zufahren dürfen… Sie freut sich über meine Einschätzung des Lokals – „Das ist das Beste an der ganzen Gegend“, sage ich – sie wohnt weit weg, im 22. Bezirk.

Im Lokal: Zur Überraschung Roland Rainer Stadthallen-Sessel (nachgemachte).

Wenn der „untere Wind“ weht: Von Westen kommt ein Riesen-Flieger, fast in Kopfhöhe… man kann die Buchstaben der Fluglinie lesen…

Der schlimmste der Fälle: Bei Wind aus Südost – Fluglärm und Bahnlärm ergänzen sich…

Im Park: Breite Wege, aber Radfahrverbot, der „Zilk-Helmerl“, ehemals Bürgermeister der Stadt Wien, wird er sich im Grab umdrehen? – Zilk hat seinerzeit Tafeln bei der Rathaus-Ausfahrt aufhängen lassen: Einfahrt verboten, ausgenommen Fahrräder.

10.HelmutZilkPark.png
Text aus Kronenzeitung, 13. August 2017

Noch sieht man gegen Nordosten, über die Bahn die historistische Architektur des Arsenals, aber bald gibt es auch da die uniformen Blöcke, manche sagen „Ego-Burgen“ dazu…
Ist der Flieger ein Fingerzeig, wohin sich die Leute flüchten könnten?

 

„Wozu der Aufwand?“

30. August 2017

Könnte man fragen, nach einer Verkehrsbeobachtung an einem Samstag im Juli 2017.

In der 2., Obere Augartenstraße findet man einen (problematischen) Geh-und Radweg, getrennt durch Markierung – aus der Urzeit der Radler-Bewegung, den 1980er Jahren. Eine zweistreifige Fahrbahn, teilweise aufgeweitet im Kreuzungsbereich, trennt durch eine Gebüschreihe den Radweg vom MIV.

Vor einiger Zeit war man sich von politischer Seite sicher, die Benützungspflicht dieses Radweges von der Castellezgasse bis zum Gaußplatz, also in voller Länge, aufzuheben.

EckigeTafel.jpg
Die eckige Tafel zeigt an, dass man als Radler den Radweg nicht benutzen muss – gilt dass dann auch für Fußgeher, fragen Spötter!?

An diesem Samstag, von 17:30 bis 18:00 Uhr – es war mit 30 Grad sehr warm und windstill – konnte man beobachten (Standort Höhe Malzgasse):
Auf dem Radweg fuhren in Richtung Taborstraße 18 Radler, davon einer auf einem Rennrad, in Richtung Untere Augartenstraße (Gaußplatz) 46 Radler, davon 3 Rf auf einem Rennrad.
Ergibt für beide Richtungen: 64 Radler.
Auf der Fahrbahn fuhr in Richtung Taborstraße kein Radler, in Richtung Untere Augartenstraße (Gaußplatz) einer auf einem Rennrad.

Es stehen sich also 64 Radler auf dem Geh- und Radweg und ein Radler auf der Fahrbahn gegenüber.

Meine Interpretation:
>> Trotz aufgehobener Benutzungspflicht fahren hier die Menschen lieber auf dem Radweg;
>> Ich konnte keinen größeren Geschwindigkeitsunterschied zwischen demjenigen Radfahrer, der mit Rennrad auf der Fahrbahn unterwegs war und den 4 mit Rennrad auf dem Geh- und Radweg fahrenden ausmachen…
>> Es stellt sich also für mich die Frage, ob sich der Aufwand der Aufhebung der Benutzungspflicht gelohnt hat!?

Nebenbei:
Eine Untersuchung aus der BRD aus dem Jahr 2009 – es wurden 39.000 RadlerInnen befragt ergab:
Bloß 4% benutzten bei aufgehobener Benutzungspflicht die Fahrbahn
http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2661

 

Bauarbeiten am Radweg…

20. Juli 2017

Beobachter:
fotografiert an einer Baustelle…
Polier (Baufirma Schnorr):
“Wos fotografieren’s denn do?”
Beobachter:
“Die Steine , die da so komisch in den Asphalt eingebaut sind…
Wozu sind die denn da?”

Bildschirmfoto 2017-07-20 um 09.50.39.png
Foto: UnArt

Radfahrer
vorbei kommend, mischt sich ein:
“Ja wirklich, wozu soll der Bledsinn gut sein, wirklich wahr, die Stadt Wien hat eh kein Geld mehr und dann machen’s so was!?”
Polier, sich verteidigend:
„Des hot ma’ uns angeschafft, wir müssen des so mochn!“
Radfahrer:
„Wer hat ihnen das angeschafft,  die Vassilakou – oder die “Granit-Mafia?“
Polier:
„Na, des kommt vom Hr. Ablinger von der MA 28A… vom Straßenbau – wir miassn des mochn, wos de sagen!”
Beobachter:
“Es gibt Stellen, wo das auch so ist und mit der Zeit hat sich da ein Niveauunterschied gebildet, das ergibt einen “Rumpler”, wenn man da mit dem Rad drüberfährt…”
Radfahrer:
“Ja genau, wegen dem habe ich ja gesagt , dass das ein Bledsinn ist!“
Zum Polier: “Wissen wos? Ich geb’ ihnen einen 50er, wenn sie den Stein wieder rausnehmen und stattdessen asphaltieren…“
Beobachter:
„Gute Idee, ich schließe mich an, da liegen zwei Steine, also
80 Euro  für die zwei, insgesamt…“
Polier (schwankt, kratzt sich am Kopf):
“…Na aber des geht net, wirkli’, des geht net, mir san nur die Baufirma… mir miassn des mochn, wos uns de angschafft hobn…
Die 3 diskutieren noch eine Weile…

PS: Nach amtlicher Meinung dienen
diese „Querstreifen dazu, auf die Rampe aufmerksam zu machen“!?
Wenn man nachforscht, findet man so etwas in der Art in keinem Beispiel, wo Radwege im Kreuzungsbereich auf die Fahrbahn auslaufen…

Grüner Radweg im roten Land

29. Juni 2017

Die Medien zeigen das kommunistische Nordkorea oft in grausig düsterem Licht… Es gibt aber auch andere, eher lockerere Blickwinkel auf das Land.

Dazu ein Video:
„Pyongyang’s downtown“
Das Video zeigt zuerst Fußgeherinnen, eine Kreuzung mit martialischer Polizistin mit Pfeiferl…
Und ab 1:15 Min. Radfahrer/Fußgeher in Aktion:


Was kann man als „West’ler aus diesem Video „lernen“?
>> Ähnliche Schwachsinnigkeiten wie bei uns: Der Radverkehr wird dem Fußgeher zugeordnet… auch wenn auf der Fahrbahn viel Platz ist und es wenig Kfz-Verkehr gibt.
>> Grüne Farbe und „Sharrows“ = Radsymbole mit zwei „Dachln“ scheinen direkt vom Erz-Feind USA abgekupfert.
>> Es gibt auch „Geisterfahrer“, weil anscheinend die Hauptstraße eine ziemliche Barriere darstellt: Ob die Pfeiferl-Polizistin mit ihrem Zauberstab da aktiv wird, scheint wohl nur ein Randproblem – auch wenn man sich das eher irreguläre Verhalten der FußgeherInnen im Kreuzungsbereich ansieht.

Zur Aufheiterung:

6. Juni 2017

„What defines Dutch cycling?“, heißt ein Video des holländischen Bloggers Mark Wagenbuur…
Darin sieht man, was bei uns alles verboten ist.
Das Video:

Was macht also Radln in Holland aus?
>> Radverkehr mit Vorrang im Kreisverkehr,
>> Radfahren mit Regenschirm,
>> Radfahren mit angeleintem Hund,
>> ein Fahrrad neben dem eigenen Fahrrad mitführen,
>> Mitfahren auf dem Gepäckträger,
>> Nebeneinanderfahren, auch außerhalb der Radwege,
>> Kindersitz vorne…

Alle diese Verhaltensweisen sind in Österreich entweder verboten (StVO), bzw. werden nicht so gebaut (Kreisverkehr)…

Es braucht wohl mehr Diskussion über „Fahrradkultur“, als sich zu mokieren über die da oben „unter dem Meeresspiegel“, wie es jüngst ein Beamter eines Ministeriums tat…!??

Ich hab’s…!

20. Mai 2017

RadwegKiller.png

Ein Politiker spricht:
“Heute in der Nacht – nach der Dienstbesprechung beim Heurigen – ist mir die Idee gekommen: Jetzt werde ich zwei Fliegen mit einem Schlag treffen
Diese neumodischen „Sharrows“, werde ich auf die Fahrbahnen pinseln lassen… das erspart mir jeglichen Radwegebau!!

SharrowsUSA.png
Sharrows, made in USA

Und die Gehsteige werde ich fürs Radln freigeben, für diejenigen, die sich fürchten auf der Fahrbahn zu fahren!
Ich glaube, das wird eine sehr gute Lösung!
Mit den Markierungen auf der Fahrbahn werden die sekkanten „Kampf-Radler“ wohl zufrieden sein und die „Angsthasen“ sollen halt auf den Gehsteigen fahren…

blog.zeit.de.png
blog.zeit.de

Auf diese Art kann ich nebenbei die KM-Anzahl an Radfahranlagen sofort vervielfachen, was natürlich der Statistik zu Gute kommt!
Na und die Fußgeher?
Die werden das wohl aushalten müssen!
Außerdem heißt es doch eh immer, dass die Leute weniger zu Fuß gehen!?“