Oktober-Radverkehr in Wien…

1. Dezember 2016

An den 11 Zählstellen (von insgesamt 12) ergibt sich im Oktober 2016 im Vergleich zum Oktober des Vorjahres eine durchschnittliche Abnahme des Radverkehrs um 7,5%, an bloß einer Stelle eine Zunahme um 4,0%.

„Im Oktober 2016 war die durchschnittliche Temperatur an Werktagen um 1,9°C niedriger als im Vorjahr. Es wurden an 13 Werktagen im Oktober 2016 Niederschlagsmengen bis zu 18,5 mm registriert. Im Vorjahr wurden an 9 Werktagen Niederschlagsmengen bis zu 30,7 mm verzeichnet.“
www.nast.at

Es war also heuer um fast 2 Grad kälter als im Oktober des Vorjahres, geregnet hat es an 5 Tagen mehr als im Vorjahr, da war aber die Niederschlagsmenge deutlich höher.

Argentinierstraße: Abnahme um 6,3%
Donaukanal: Abnahme um 10,2%
Langobardenstraße: Abnahme um 12,9%
Lasallestraße: Abnahme um 4,4%
Liesingbach: Abnahme um 9,4%
Neubaugürtel: Abnahme um 9,9%
Opernring/Innen: Abnahme um 3.9%
Opernring/Außen: Abnahme um 4,6%
Margaritensteg: Abnahme um 3,5%
Operngasse: Abnahme um 10,1%
Praterstern: Abnahme um 7,9%

Abnahme an 11 Zählstellen um 7,5% (Durchschnitt).
Einzige Zunahme gab es an der Zählstelle Wienzeile: Zunahme um 4,0%

Die 5 Zählstellen mit der stärksten Frequenz des heurigen Oktobers waren:

Operngasse: 3.087 Rf
Opernring/Innen: 2.430 Rf
Praterstern: 1.925 Rf
Lasallestraße: 1.680 Rf
Argentinierstraße: 1.833 Rf

Voriges Jahr im Oktober 2015 gab es im Vergleich mit Oktober 2014 eine Abnahme von 17,9% an allen 12 Zählstellen, gegenüber heuer – Vergleich Oktober 2016/2015 mit bloß 7,6% Abnahme (an 11 Zählstellen) – ein noch schlechterer Wert.

Zahlen = Rf/24 h DTV, werktags Mo-Fr
Quelle: http://www.nast.at

Radfahren in Tiflis

18. November 2016

„Tiflis ist eine der Städte mit der größten Umweltverschmutzung auf der Welt“,
hieß es in einem Beitrag von Mittwoch 16/11/2016 im Rahmen der Ö1 Sendereihe „Schwerpunkt Georgien“.

Cycling in Tbilisi

 Für Freunde des „vehicular biking“ (Radfahren auf der Fahrbahn – ohne viel Radinfrastruktur):Auf nach Tiflis“, könnte man zynisch sagen!

Vom Kampf der Riesen-Ameisen…

18. November 2016

Die unten stehende Karikatur stellt zwei Exponenten verschiedener Auffassungen, wie denn Radverkehr zu organisieren wäre, gegenüber…

 Für Amerika John Forester, als Vertreter des „vehicular biking“, des Radfahrens auf der Fahrbahn, und Mikael Colville-Andersen, Fahrrad-Promotor in Kopenhagen (copenhagenize.com), stellvertretend für eine Fahrradinfrastruktur mit deutlicher Trennung vom Autoverkehr:

copenhagenize-your-ass.jpg

Greenfield/Snyder

Der “Vehicular biking” Guru John Forester:
Ich bin der beste Fahrrad-Advokat, den die Welt je gesehen hat. Ich finanzier mich über meinen Vater, der das Buch „The African Queen“ schrieb…

Mikael Colville –Andersen:
Auf der Straße Radfahren“ („Effektives Radfahren“) ist bloß geistige Selbstbefriedigung.
Wenn ich mit dem Rad fahre, kleide ich mich je nach Anlass…

 John Forester:
Du denkst, du schaust cool aus in deinem 1000 Dollar Anzug?
Wenn du an einer Kreuzung (auf einer Radfahrerüberfahrt, Anm. Ho) von einem Rechtsabbieger abgeschossen wirst, dann wirst du nicht mehr so adrett aussehen…

Mikael Colville-Andersen:
Ich gratuliere den USA, ihr werdet es auch noch schaffen!
Lasst es mich wissen, wenn ihr einen 60%igen Radverkehrsanteil erreicht habt…

 John Forester:
Radwege sollen sicherer sein?
Du bist krank im Hirn, Radfahrer sind sicherer, wenn sie auf der Fahrbahn fahren…

Mikael Colville-Andersen
Helme, Warnwesten und Sicherheitsspiegel, sind nicht elegant, haben keine Klasse (wienerisch: „san net wirklich klass“, Anm. Ho).
Wenn du mir drohst, dann werde ich deinen Hintern „kopenhagenisieren“…

PS:
Man könnte meinen, es herrsche ein ziemliches Durcheinander, wie man in den städtischen Ballungsräumen mit dem Radverkehr umgeht: Dies verdeutlicht ein Blick nach Japan… in Tokio gibt es kaum Radwege, da wuseln die Japaner überall auf den Gehsteigen (?) herum; angeblich haben sie aber dort einen Radverkehrsanteil von 14%!?

Wenn da bei uns die Politiker draufkommen, würden sie doch glatt die Gehsteige für den Radverkehr freigeben und zwei Fliegen mit einem Schlag treffen:
>> Steigerung des Radverkehrs von jetzt 5% auf 10% – oder mehr (die für Wien kolportierten 7% stimmen nach wissenschaftlicher Einschätzung NICHT),
>> jede Diskussion um bessere Radwege, bzw. breitere Radstreifen wäre vom Tisch;
Stadt- und BezirkspolitikerInnen würden etliche „Steine vom Herzen fallen…“

Siehe auch den vorhergehenden Beitrag:
„The Gaman Spirit: Why Cycling Works in Tokyo“
https://youtu.be/7ckvRLHeNlg

„Gaman“ = Geduld und Beharrlichkeit

18. November 2016

„Der Begriff Gaman entstammt der Lehre des Zen-Buddhismus und bezeichnet eine innere Tätigkeit gegenüber äußeren Widrigkeiten“ (nach Wikipedia).

In Tokio/Japan: „Geduld und Beharrlichkeit“ erweisen Fußgeher und Radler einander, müssen sie sich doch jene Flächen teilen, die bei uns eigentlich dem Fußgeherverkehr vorbehalten sind (obwohl sich natürlich Radler auch bei uns – widerrechtlich – auf Gehsteigen herumtreiben)!

„The Gaman Spirit: Why Cycling Works in Tokyo“:

Spöttelnd könnte man sagen, wenn das so gut funktioniert – es heißt, dass 14% aller täglichen Wege in Tokio mit dem Fahrrad absolviert werden – dann könnte man das doch zu DEM Planungsprinzip in anderen Teilen der Welt erheben…

Jegliche Diskussion über eine eigene Radverkehrsinfrastruktur würde sich erübrigen!?

Bei uns wohl unvorstellbar, ist doch die „Gehsteig-Radlerei“ als das Übel schlechthin verschrien…
Nebenbei: Meiner Meinung nach fehlt es dem durchschnittlichen Wiener Stadtneurotiker an „Gaman“, egal, ob er zu Fuß, in der U-Bahn, auf dem Radl oder gar im Auto unterwegs ist…

Mit der Bim durch Amsterdam…

18. November 2016

Eine Straßenbahnfahrt mit der Linie 17 nach Osdorp, einem Vorort von Amsterdam, von der Centraal Station im Zentrum zur Endstation Dijkgraafplein.

http://youtu.be/-iVNXjKJ030

 Es mag zwar etwas ungewöhnlich erscheinen, aber es ist durchaus aufschlussreich: die Amsterdamer Radlerei von der Straßenbahn aus zu beobachten!
Das Bim-Video aus dem Jahr 2012 offenbart etliche Mängel in der Radverkehrsinfrastruktur entlang dieser Schienen-Hauptstraße.

Trotzdem: Haushoher Unterschied zwischen A-dam und Wien… wo gibt es in Wien entlang einer Schienen-Hauptstraße vom Zentrum an die Peripherie fast durchgehende Radverkehrsanlagen?

Hier einige (kritische) Anmerkungen…
Bei Minute/Sekunde:
1:53 schmale Radstreifen
2:55 verparkter Radstreifen, rechts Schrägparken: kommt nur an dieser Stelle vor!!!
6:48 Haltestelleninsel, schmal (sind öfters zu sehen!)
7:52 schmale Radstreifen, rot eingefärbt
8:14 Radstreifen, fast verparkt, d. h. Lieferwagen hält auf der Fahrbahn
8:22 Radstreifen, unvermitteltes Ende
13:13 Einbahn mit breitem Radstreifen gegen die Fahrtrichtung, keine Stellplätze rechts!
15:56 schmaler Radstreifen neben Parkern
17:01 Radweg hinter den Stellplätzen
17:55 man beachte: Bäume sind NICHT in der Parkspur positioniert!
Ab 23:38 Fahrt ins Grüne… Rasengleis etc.
24:31 Zugang zur Haltestelle = absolut nicht behindertengerecht
usw.
Fahrtdauer: 37 Minuten.

Endstation ist in Amsterdam-Osdorp, dort gibt es ein 2008 gebautes Architektur-Projekt: Stadthäuser mit Garage (!).
„Klassizismus für die Ikea-Generation“, wie es von Architekten-Seite heißt.
Diese Wohnungen, mit einer Art „Drive-in-Garagen“, geben eine Anleitung über die „Kunst“, wie die Holländer ihre „Autos verstecken“ können.
http://www.nextroom.at/building.php?id=31084

„Pinch point“ = „Quetschungsbereich“!?

25. Oktober 2016

Groningen.jpg

Foto: David Hembrew
https://www.youtube.com/user/DavidHembrow

 Der Bildtext:
„Schmaler Radstreifen in Verbindung mit einer Engstelle in Groningen. Dass Busse diese Route benutzen, macht es noch unangenehmer und gefährlicher. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt dabei 50 km / h. Diese Infrastruktur reduziert die subjektive Sicherheit des Radfahrens. Wo dies üblich ist, werden die mehr verletzlichen Mitglieder der Gesellschaft das Fahrrad nicht benützen. Dies ist sehr weit entfernt von den besten Praxis-Beispielen in den Niederlanden…“, schreibt David Hembrew, „Rad-Advokat“, aus seiner englischen Heimat nach Holland (Assen) geflüchtet, und ein leidenschaftlicher Verbreiter der holländischen Planungsvorstellungen, den Radverkehr betreffend.

Zum letzten Satz „…Pinch points are usually designed out.“
Ich würde frei übersetzen: Diese „Pinch points (Engstellen) gehörten auf den Misthaufen der Planungsgeschichte – das müsste man aber erst den Verkehrs-Fuzzies in ganz Österreich hineindrücken…

Gedankenlos wurden und werden solche Sachen sowohl in der Großstadt Wien als auch an vielen Ortseinfahrten in Niederösterreich gebaut – ohne im Geringsten an den Radverkehr zu denken!
Hierorts haben Politiker/Planer und andere Fachleute noch immer keine Einsicht, dass eine solche Situation extreme „Stress-Förderung“ bedeutet.

Zyniker meinen, dass solche „Lösungen“ ein Garant dafür sind, den Radverkehrsanteil im städtischen Bereich so niedrig wie möglich zu halten!

Behelmte Unterhosen-Radler!?

25. Oktober 2016

Manchen vielleicht eh bekannt – immerhin 370.000 mal angeklickt auf „you tube“ – gibt dieses Video Verhaltenstipps zum Überleben als „ausländischer“ Tourist im Verkehrsgewühl von Amsterdam…

Als Fahrradinstruktor tritt ein holländischer Kabarettist auf, in Anspielung auf angelsächsische und USA-Radtouristen mit ihrer obligaten Lycra-Bekleidung und dem Radhelm.
Kein schärferer Gegensatz ist wohl denkbar zu den einheimischen Radlerinnen und Radlern, die in Alltagskleidung, selbstverständlich ohne Helm, ihre Wege fahren…
Fast skurril die Botschaft des Amsterdamer Bürgermeisters.

PS: Jüngst war eine Abordnung Wiener BezirkspolitikerInnen unter Führung von Verkehrs- und Planungsstadträtin Vassilakou in A-dam und wurden dort mit ziemlich viel Material zu Stadtplanungsthemen/Bürgerbeteiligung etc. gefüttert…

Zum Radlfahren reichte es nicht, mann/frau ging zu Fuß.
Für manche vielleicht eine Bestätigung der eigenen kritischen Haltung zum Radverkehr, vor allem, wenn die RadlerInnen in der Überzahl sind und, wo immer man geht, einem über die Zehen fahren!?

„Jumbo“-Radstreifen

25. Oktober 2016

Straßenumbau in Utrecht

Breite, rot markierte „Jumbo“-Radstreifen mit je 2,00 m und eine mittige „Restfahrbahn“ für den MIV von schmalen 2,50 m (nach unseren RVS/Richtlinien nicht erlaubt) – und das im Kfz-Begegnungsverkehr, d. h. Autos, wenn sie einander begegnen, müssen auf die roten Radstreifen ausweichen!!

UtrechtMaliesingel1.png
Jumbo2.00m 2.jpg
Maliesingel, heißt dieser Straßenabschnitt in Utrecht/Holland

Die zwei „Jumbo-Radstreifen“ mit 2,00 m sind in rot eingefärbtem Asphalt ausgeführt, also nicht bloß oberflächlich „bemalt“; bei der „Kernfahrbahn“ von 2,50 m müssen einander begegnende Autos auf die anliegenden Radstreifen ausweichen – bloße Farbe würde wohl im Nu abgefahren sein…
Das Ausweichen des MIV auf die Radstreifen bedarf natürlich entsprechender Rücksichtnahme auf den Radverkehr…

Das Projekt ist nicht unumstritten
Vor allem wird von den örtlichen Rad-Aktivisten kritisiert, dass der Kfz-Verkehr zu hoch sei.
Ria Glas, von der Cyclists´ Union: „Das Verkehrsaufkommen … ist beträchtlich hoch und es werden keine Maßnahmen ergriffen, dies zu reduzieren. Ein Straßen-Design wie dieses verträgt (höchstens) bis zu 6.000 Kraftfahrzeuge pro Tag.
Im Jahr 2015 war die Zahl der Kraftfahrzeuge aber 7000 bis 9000, je nachdem, wo man zählte. Das ist eindeutig zu viel. Verkehrsmodelle rechnen mit einem weiteren Anstieg auf 10.000 bis 12.000 Kraftfahrzeuge pro Tag.“
Eine Zählung durch die Stadt im März 2015 ergab durchschnittlich aber „nur“ 6.800 Kraftfahrzeuge und 4.100 Radfahrer pro Wochentag.

Von der Stadt meint man:
„Wir glauben, dass aufgrund des Umbaues die Anzahl von Kraftfahrzeugen abnehmen oder gleich bleiben wird, während wir annehmen, dass die Zahl der Radfahrenden sich erhöhen wird.“

Tatsache ist, dass das Straßen-Design Fahrradstraße nicht in Frage kam, weil, nach holländischen Vorstellungen, in einer Fahrradstraße die Zahl der Radfahrer die der Kraftfahrzeuge übertreffen sollte…

Quelle:
https://bicycledutch.wordpress.com/2016/10/11/utrecht-reclaims-ever-more-space-for-people/

Vom September-Radeln in Wien

25. Oktober 2016

Es war ein schöner September…

Vergleich der Wetterlage für die Werktage (Mo bis Fr):
„Im September 2016 war die durchschnittliche Temperatur an Werktagen um 2,5°C höher als im Vorjahr. Es wurden an 4 Werktagen im September 2016 Niederschlagsmengen bis zu 14,7 mm registriert. Im Vorjahr wurden an 10 Werktagen Niederschlagsmengen bis zu 36,6 mm verzeichnet.“ (www.nast.at)

2016 war der September wärmer und es gab weniger Niederschlag als im Vorjahr… Ein Indiz in Richtung „Schönwetter-Radlerei“?

Hier die Zahlen der 5 am stärksten von Radlerinnen und Radlern befahrenen Stellen – ausgewählt von den 12 „amtlichen“ Zählstellen (durchschnittlicher Tagesverkehr an Werktagen von Montag bis Freitag) im Vergleich zu den Zahlen des Monats September des Vorjahres:

Operngasse
2016: 6.458 Rf
2015: 4.292 Rf
Zunahme um 50,5%

Lasallestraße
2016: 4.946 Rf
2015: 3.334 Rf
Zunahme um 48,4%

Opernring Innen
2016: 4.653 Rf
2015: 3.795 Rf
Zunahme um 22,6%

Praterstern
2016: 4.354 Rf
2015: 3.432 Rf
Zunahme um 26,9%

Argentinierstraße
2016: 3.028 Rf
2015: 2.316 Rf
Zunahme um 30,8%

Die Steigerung an diesen 5 „prominenten“ Zählstellen beträgt im Durchschnitt stolze 35,8%… (Nebenbei: Zunahmen gab es an allen 12 Zählstellen).
www.nast.at

Utrecht, Hauptradroute

14. Juli 2016

Das Video des holländischen Bloggers Mark Wagenbuur zeigt den Verlauf einer „überarbeiteten“ Radroute durch Utrecht…

… mit all den üblichen Planungsinstrumenten, wie roter Asphalt als „Leitfarbe“, Radwege, Fahrradstraßen mit tempoduziertem Mischverkehr mit Kfz, Absicherung des Vorranges durch „Haifischzähne“, abgesetzte Radwegführung im Kreuzungsbereich („protected interrsection“), Vorrang für Radfahrer im kleinen Kreisverkehr etc…

Aber es sind auch „Altlasten“ zu sehen, problematisch schmale Radstreifen neben geparkten Autos, siehe letztes Drittel im Videos (ab Minute 12:45); dazu eine Restfahrbahn mit Pflasterung (!?), ein Umstand der Radlerinnen und Radler geradezu auf die asphaltierten engen Radstreifen drängt und damit in gefährliche Nähe zu unaufmerksam geöffneten Autotüren!!!!

Dazu wäre zu sagen, dass diese schmalen 1,50m Radstreifen vor etlichen Jahren durch damalige ARGUS-Mitarbeiter nach Österreich, speziell nach Wien „importiert“ wurden – man dachte sich damals nicht allzu viel dabei…