Ich hab’s…!

20. Mai 2017

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Ein Politiker spricht:
“Heute in der Nacht – nach der Dienstbesprechung beim Heurigen – ist mir die Idee gekommen: Jetzt werde ich zwei Fliegen mit einem Schlag treffen
Diese neumodischen „Sharrows“, werde ich auf die Fahrbahnen pinseln lassen… das erspart mir jeglichen Radwegebau!!

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Sharrows, made in USA

Und die Gehsteige werde ich fürs Radln freigeben, für diejenigen, die sich fürchten auf der Fahrbahn zu fahren!
Ich glaube, das wird eine sehr gute Lösung!
Mit den Markierungen auf der Fahrbahn werden die sekkanten „Kampf-Radler“ wohl zufrieden sein und die „Angsthasen“ sollen halt auf den Gehsteigen fahren…

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blog.zeit.de

Auf diese Art kann ich nebenbei die KM-Anzahl an Radfahranlagen sofort vervielfachen, was natürlich der Statistik zu Gute kommt!
Na und die Fußgeher?
Die werden das wohl aushalten müssen!
Außerdem heißt es doch eh immer, dass die Leute weniger zu Fuß gehen!?“

Überall weniger Radverkehr…

19. Mai 2017

An den 12 „amtlichen“ Zählstellen waren im April 2017 im Durchschnitt um ein Viertel weniger Radlerinnen und Radler unterwegs als im Vergleichsmonat des Vorjahres:, d. h. eine Abnahme des Radverkehrs um 24,8% (werktags mo- fr).

Ja, so schaut es aus – nicht besonders erfreulich.
Das Wetter als „Entschuldigung“?
April 2017: Durchschnittliche Temperatur an Werktagen (mo – fr) um 2,0 °C geringer als im Vorjahr. Es wurden an 10 Werktagen im April 2017 Niederschlagsmengen bis zu 13,0 mm registriert. Im Vorjahr wurden an 7 Werktagen Niederschlagsmengen bis zu 13,9 mm verzeichnet.
Es war also kälter und es hat öfter geregnet…

Argentinierstraße: Abnahme um 20,8%
Donaukanal: Abnahme um 28,4%
Langobardenstraße: Abnahme um 14,7%
Lasallestraße: Abnahme um 19,4%
Liesingbach: Abnahme um 33,1%
Neubaugürtel: Abnahme um 27,1%
Opernring Innen: Abnahme um 34,3%
Opernring Außen: Abnahme um 14,3%
Wienzeile: Abnahme um 30,1%
Margaritensteg: Abnahme um 25,1%
Operngasse: Abnahme um 28,7%
Praterstern: Abnahme um 21,7%
Quelle: http://www.nast.at

 

Gefühle haben…!

18. Mai 2017

Eine holländischen Untersuchung beschäftigte sich im Jahr 2007 mit der Frage, welche Gefühle Menschen mit den einzelnen Verkehrsmittel in der Stadt verbinden…
Auffällt, dass das Zu-Fuß-Gehen nicht in die Fragestellungen einbezogen wurde.

Heißt dass es dort keine Fußgeher gibt?
Oder fahren die alle mit dem Fahrrad?
Was den ÖV betrifft, so gibt es in vielen holländischen Städten nur einen eher geringen Anteil davon.
Die meiste Freude verbinden die HolländerInnen mit dem Radfahren, na ja irgendwie kein Wunder!
Merklich weniger schon beim Autofahren, aber , wie man weiß, der Anteil des MIV ist in Holland überraschend hoch, wohl zu Ungunsten des ÖV!

Screenshot 2017-04-02 18.15.36.png

Wie würde so eine Fragerei wohl in Wien aussehen?
Hier einige mögliche Antworten:
Im Auto…
70% Freude
Ich darf am Lenkrad drehen und mit dem Ganghebel herumrühren.
Die Reifen quietschen und ich bin der Erste von der Ampel weg.
Wenn ich durch eine Lacke fahre und die wartenden Fußgeher anspritze… hihihi!
90% Wut:
die Gifterei über den Stau,
der Ärger, dass ich keinen Parkplatz finde…
„Schon wieder verstellen’s die Kreuzung.“
40% Abneigung:
Ich, in der Bim? Keinesfalls…

Am Fahrrad…
15%Freude:
Am Radweg fahr ich am Stau vorbei…
80% Wut:
Schon wieder geschnitten von einem rechtsabbiegenden Autofahrer.
Auf so einem schmalen Radweg kommt mir so ein blöder Kollege entgegen!?
Das lange Warten bei Rot.
„Der Kieberer überprüft den Klang der Fahrradglocke…“
5% Traurigkeit:
Mein Fahrrad hat einen Patschen…

In der Bim…
50% Ärger:
„Draußen regnets, drinnen stinkts“…
70% Abneigung:
Schon wieder keinen Sitzplatz gefunden!

In der U-Bahn…
80% Abneigung:
Da isst einer einen Döner und der ganze Wagon stinkt danach…
Redbull, die Dose rollt hin und her… alles riecht nach dem zuckrigen Zeug!?
Die langen Wege, die man da hatschen muss, was denken sich die Planer dabei!?
Usw..

„Schöne, neue Welt“

18. Mai 2017

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Abb.: blutgruppe/corbis

Hallo, ich bin es… ihr werdet wohl in Zukunft mit mir rechnen müssen…
Manche sagen Robotix zu mir und ich bin euer Chauffeur im Automobil der Zukunft, dem angeblich wirklich autonomen Automobil…

So, und jetzt zu meinem Problem:
Was soll ich in so einem Fall machen?
Es ist zum Ärgern…

9Porzeangasse2.pngFoto: Ho

Da geigelt ein Radfahrer vor mir herum, nimmt die ganze Fahrbahnbreite für sich in Anspruch…
Mein Fahrgast (und Auto-Mieter) will schnell zu einem Termin und
>> ich kann nicht überholen, weil links eine Schwelle zur Absicherung des Gleiskörpers ist…
>> ich darf nicht hupen…
>> ich darf nicht an den Radler ranfahren…
>> selbst wenn er weiter nach rechts fahren würde, wäre nicht Platz genug um ihn, den Abstands-Regeln gemäß, zu überholen…

Da kann ich nur sagen “Schöne neue Welt”!?
Ich glaube nicht, dass mich wer um so einen Arbeitsplatz beneiden wird!
Mein Fahrgast wird schon ganz unruhig merke ich, ich kann ihm aber nicht helfen, er darf mich nicht abschalten (kann er das überhaupt?)!

Ach, es ist schrecklich – dabei habe ich ihm doch gesagt, dass er besser sein Fahrrad nehmen soll, um rechtzeitig zu seinem Termin zu kommen!

Im April-Schnee: Radverkehrszahlen vom März

19. April 2017

Ohne Zweifel hat das Wetter einen großen Einfluss auf die Radlerei in Wien?
„Wenn es „schiach“ ist, fahr’n ma halt mit der U-Bahn…“

 Das war vor 4 Jahren:Screenshot 2017-04-19 20.26.58.png

Doch im März 2017 war es eben anders: Die durchschnittliche Temperatur an Werktagen (mo – fr) war um 3,5 Grad höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres! Geregnet hat es heuer um einen Tag weniger als im März 2016.

Im Schnitt der 12 Zählstellen gab im es Werktagsverkehr (mo-fr) eine Steigerung um 52,3%.

Höchste März-Werte (seit 2012) gab es in Argentinierstraße, Donaukanal, Langobardenstraße, Opernring Außen, Wienzeile, Operngasse und am Praterstern.
Aber auch ab den anderen Zählstellen wie Lasallestraße, Liesingbach, Neubaugürtel, Opernring Innen, Margaritensteg gab es ordentliche Steigerungen…

Quartalszahl: In den ersten 3 Monaten 2017 gab es Steigerung der Radverkehrszahlen an Werktagen um 17,6% (Schnitt aller 12 Zählstellen).

Das denkende Auto

19. April 2017

Da oftmals viele Autofahrer beim Lenken nicht denken, zerbrechen sich viele Voraus-Denker den Kopf, das Denken den Maschinen, d. h. den Autos selbst zu übertragen.

Eine rosige Zukunft steht uns bevor, jede Diskussion über zu schmale Radstreifen, unachtsam geöffnete Autotüren, unvermitteltes Rechtsabbiegen über Radwege, kurz halten auf Radstreifen (um ein Packerl Zigaretten zu kaufen), kein Stehenbleiben vor Zebrastreifen, … erübrigt sich.
Alles erledigt der „Robotix“ im autonomen Auto der nahen Zukunft, eingestellt auf strenge Befolgung aller Regeln, höflicher und rücksichtsvoller als alle Ellmayer-Eleven zusammen!
(Ellmayer: Guru aller Benimm-Regler)

RobotixWZ.jpg
Abb.: blutgruppe/corbis

Den Radlerinnen und Radlern stehen goldene Zeiten bevor: Die eigenen Fehler und kleinen Freiheiten, die man sich heraus nimmt, verlieren ihre Bedeutung, weil Robotix absolut vorausschauend fahren muss, und man kann endlich Radfahren im Großstadtgewühl, wie es einem gerade passt – nur die Radlerinnen und Radler müssen untereinander aufpassen, weil, die sind ja nicht „Robotix-gesteuert“!

Schlussendlich bricht die Zeit des wirklich geteilten Raumes („Shared Space“) an.

Doch eines bleibt nach wie vor offen: Das heutzutage so oft strapazierte Thema (als wäre es wirklich so bedeutend!?) des Verhältnisses der Radler zu den Fußgehern bleibt nach wie vor unklar, bzw. harrt einer Lösung.
Oder denkt man vielleicht jetzt schon weiter, etwa an die Entwicklung von (sanften) Radler-Stopps, wie „Laser-Schwert“, „Identifizierungs-Pistole“ (setzt natürlich Implantat der Sozialversicherungsnummer voraus) etc…
PS:
Arbeitet die blaue Zukunft schon an solchen oder ähnlichen Erfindungen?

Radwege oder Radstreifen?

16. April 2017

Es geht um die alte Frage: Radwege baulich von der Fahrbahn getrennt oder Radstreifen auf der Fahrbahn… Ist ein “Paradigmen-Wechsel” wirklich notwendig, also von den „Radstreifen“ zu „Radwegen“? Oder genügt es, sich einmal auf das einzulassen, was die Richtlinien besagen?

Wenn man sich die Richtlinien für den Radverkehr ansieht, RVS 03.02.12, scheint diese Frage eigentlich eindeutig: Ab einer gewissen Menge von Kfz in einer Straße ist eine Trennung des Radverkehrs vom Autoverkehr notwendig:

MischenTrennen3Pfeile.pngAbb.: Diagramm Mischen – Trennen

Doch: Das etliche Jahre alte Diagramm bietet einen relativ großzügigen Spielraum die Frage des Trennens oder Mischens betreffend (soll aber jetzt überarbeitet werden!?).
Ähnlich wie in Holland wird Mischverkehr im Tempo-30-Bereich bis zu einer Kfz-Menge von ca. 6.000 Autos/24h als verträglich erachtet; aber bei uns beginnt sowohl bei einer höheren Geschwindigkeit als 50km/h mit mehr als 6.000 Autos/24h eine „Grau-Zone“ in der beides möglich ist, Radstreifen als auch Radwege!

Viel kritisiert wird nun, dass, nach diesem „offenen“ Diagramm, in Wien bei 11.000 Autos/24h (roter Pfeil, Projekt 18., Gymnasiumstraße) Mehrzweckstreifen „angedacht“ werden und bei fast 15.000 Autos/24h (blauer Pfeil,  in Wien 16., Wattgasse) umgesetzt worden sind…

Hier müssten eigentlich Radwege baulich getrennt von der Fahrbahn angelegt werden, wohl auf Kosten der auf beiden Seiten der meisten Wiener Straßen abgestellten Autos!
Rad-Aktivisten leben mit der „gefährlichen“ Drohung, dass, wenn diese den Richtlinien nicht entsprechenden Anlagen nicht akzeptiert würden, gar nichts mehr „gebaut“ werden würde!

Schmale Radstreifen als Ersatz für fehlende Radwege:
Zu ergänzen wäre noch, dass bei diesen mit hoher Kfz-Zahl belasteten Straßen die Maße der „Mehrzweckstreifen“ nicht dem „Regelmaß“ der RAD/RVS entsprechen, sondern einfach das schmälere „Klammermaß“ hergenommen wird, d. h. bei Stellplätzen (rechts) 1,50m Radstreifen und nicht 1,75m projektiert werden.

Wie schon gesagt, gilt in Holland im Tempo 30km/h Bereich eine ähnliche Vorgabe wie bei uns, ab einem höheren Tempo als 30km/h gibt es aber ein mehr oder minder absolutes Trenn-Gebot, alles andere wäre „unethisch“. Mischverkehr Rad/Kfz auf der Fahrbahn ist nur im Bereich von Tempo 30km/h und einer Fahrzeugmenge bis 6000 24/h erlaubt.

Selbst bei den seit einigen Jahren in den Vordergrund gekommenen „Fahrradstraßen“ gilt der niedrige Geschwindigkeitsbereich von Tempo 30km/h und die Vorgabe, dass die Zahl 6000 Kfz/24/h nicht überschritten werden sollte…

Wenn es doch einmal – im pragmatisch orientiertem Holland – geschieht, kann die Straßenverwaltung mit hartem Widerstand von Rad-Aktivisten rechnen, die eine Trennung des Radverkehr vom Autoverkehr = selbstständig geführte Radwege, einfordern und eine Mischung in Form von Radstreifen ablehnen.
Siehe: Utrecht in Maliesingel
https://honzosblog.wordpress.com/2016/10/25/jumbo-radstreifen/

Zum Schluss die Aussage eines „Posters“ in der Tageszeitung „Der Standard“ zu den „Wiener Radstreiferln“:
weissseher3
Nur für die Statistik
„Gebaut“ wird meistens nur mit dem Pinsel. Lächerlich und gefährlich.
Quelle: derstandard.at/2000055137007/Kritik-an-geplantem-Ausbau-des-Wiener-Radnetzes

Ein Beispiel – von vielen… in 22., Seestadt, dem hochgelobten neuen Stadtteil.
MINUS: Radstreifen zu schmal, kein Sicherheitsabstand zu parkenden Autos, angrenzender Fahrstreifen ebenso zu schmal (Buslinie!?).

22.MariaTuschStraße 2.jpgFoto: Ho

Parkplatzsorgen!?

15. April 2017

Nicht nur die Zweibeiner haben so ihre Sorgen: Wohin mit dem Auto?…
Wohin mit dem Hunzi fragen sich aber auch manche Leute beim Einkaufen!

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Foto: Ho

Die „billige Ladenkette“ hatte diesen Einfall…
Gesehen Wien 8., Josefstädter Straße 76

PS: Was die Sorgen um den Parkplatz betrifft – größtmöglicher Wunsch: Am besten direkt unter den Schlafzimmerfenstern und möglichst umsonst – die Zahl der Pkw-Anmeldungen im Bezirk ging in den vergangenen Jahren leicht zurück!

Leider zu wenig! Dem Bezirk fehlt seit Jahren ein „Garagierungs-Konzept“, als Antwort auf die Frage vieler „Verkehrs-Beruhiger“: Wohin mit den Autos!?

Belanglos… oder doch nicht?

12. April 2017

GesetzeSchärfer.JPG

Abb.: Ho

ORF-Journalist Hanno Settele bremst sein Auto ein, vor zwei Radlern, die eine Stopptafel überfahren und kriegt den Vogel gezeigt… in der Folge wird das fast ein weltgeschichtlich bedeutsames Ereignis und endet in der Umfrage der kleinformatigen Tageszeitung „Heute“.

Die wichtige Frage lautete:
„Hatten sie auch schon einmal ein ähnliches Erlebnis mit Radfahrern?“
81% antworten mit Ja…
6% mit „Nein, bislang hatte ich noch nie ein Problem mit Radfahrern.“
13% meinten „Nicht die Radfahrer, sondern die Autofahrer sInd das Problem“.
Das sind immerhin 19%, die nicht ganz so negativ über die Radlerinnen und Radler urteilten (2549 Teilnehmer).

Zwei weitere „Befragungen“ finden sich in „Heute“, wo es um den Radverkehr ging – ähnlich negative „Ergebnisse“:
9., Roßauer Lände, eine Spur könnte „fürs Radeln verwendet werden“…
8% halten das für eine „gute Idee“
92% sind dagegen… „Dann gibt’s in der Rush Hour noch mehr Stau“ (180 Teilnehmer).
Oder:
19., Peter Jordan-Straße soll als Einbahn mit Rad-Gegenverkehr organisiert werden…
15% finden es gut,
85% lehnen das ab… der Frage nachfolgend:
„Verrückt! Dann entsteht noch mehr Stau“ (33 Teilnehmer).

Neben der „Klickerei im Internet“, gab es zur Peter Jordan-Straße eine Befragung im 19. Bezirk: Da wollten die Politiker wissen, was das „noble Bergvolk der Döblinger“ zu einer Verbesserung der Situation des Radverkehrs meint:
„Von 900 Antworten sprachen sich nur 70 für einen Radstreifen gegen die Einbahn aus“!

Was kann man aus all dieser Fragerei und deren negativen Ergebnissen für den Radverkehr schließen?
Für mich entsteht der Eindruck, dass viele Wienerinnen und Wiener ihre allgemeine Beschwerdewut (oder ist es Frust?) an den RadlerInnen auslassen…
Auch wenn nicht alle Fragen suggestiv gestellt wurden.
Vielleicht fehlt aber folgende Fragestellung – damit wir es, mit Hilfe der Medien, aber auch der Politik – endlich einmal genauer wissen:
„Wollen Sie, dass das Radfahren in Wien generell verboten wird (ausgenommen Donauinsel und Prater Hauptallee)?“

In der Zwickmühle…

31. März 2017

“Trennen oder Mischen”… auch in Wien 18., Gymnasiumstraße stellt sich diese Frage.

“Wo sind nur die Autos hin?”
Nach Einführung des Parkpickerls in Währing bietet sich folgendes Bild:
18.Gymnasiumstraße.JPGFoto: H. D.

Zum Projekt 18., Gymnasiumstraße:
Vorgestellt wurde in dem Straßenabschnitt Hasenauerstraße/Sternwartestraße ein Projekt mit beidseitigen Mehrzweckstreifen – abgesehen von einem Teilstück, wo wieder einmal vom Regelmaß der RVS/Richtlinie abgegangen wird, sind „Mehrzweckstreifen“ mit dem Regelmaß von 1,75m vorgesehen.
Von manchen Rad-Kundigen wird dieses Maß inzwischen in Frage gestellt und eine Aufweitung auf 2,00m angeregt, bzw. andersrum, einen Sicherheitsstreifen (“Türzone”) vorzusehen (wie etwa in der Schweiz mit 0,75m) und erst dann den einen „Radstreifen” mit 1,50m anzuschließen.

Weiters wird von Kritikern die Markierung einer Mittellinie in Frage gestellt, weil diese Linie, zusammen mit der Radstreifen-Markierung, spurtreue Autofahrer dazu verleitet an einem Radfahrer zu knapp vorbeizufahren, anstatt einen entsprechenden Überholvorgang einzuleiten.
Auf einem Teil der Straße kommen 3 Buslinien zusammen und die “Wiener Linien” beharren aber auf dem Markieren der Mittellinie

Ein weiteres Problem: Es fahren zu viele Autos in diesem Teil der Gymnasiumstraße… 11.000 Kfz/24 Stunden erlauben es nicht – wenn man die RVS/Richtlinie ernst nehmen würde – auf dieser Straße „Mischverkehr“ einzurichten, vielmehr müsste man dort baulich von der Fahrbahn getrennte Radwege vorsehen!

Aus der RadRVS-Richtlinie:
Screenshot 2017-03-30 14.24.08.pngAbb.: RVS 03.02.13; 6.1 KfZ Kriterium
Grün: Tempo 30 km/h und 11.000 Kraftfahrzeugen = „Mischung“ möglich
Rot: Tempo 50km/h und 11.000 Kraftfahrzeugen = Trennung der Verkehrsarten

Diesem Dilemma will man sich nun entziehen, indem man in der Gymnasiumstraße Tempo 30 einführen will. Allein dadurch gerät man in eine andere Zwickmühle, weil in Tempo 30 Zonen – nach der „reinen Lehre“ – gar keine „Radfahranlage“ vorzusehen wäre!?

Seit Jahren im Bestand:
Mehrzweckstreifen, mit dem problematischen „Klammermaß“ der RVS von 1,50m, im nördlichen Teil der Gymnasiumstraße aus dem Jahr 2009, schon in 19., Döbling, wie man sieht, damals vollgeparkt – heute  (Parkpickerl-„Flüchtige”) ebenso…

Radstreifen Gymnasiumstraße Foto Christian Hlavac.jpgFoto: Christian Hlavac