Archive for April 2017

Im April-Schnee: Radverkehrszahlen vom März

19. April 2017

Ohne Zweifel hat das Wetter einen großen Einfluss auf die Radlerei in Wien?
„Wenn es „schiach“ ist, fahr’n ma halt mit der U-Bahn…“

 Das war vor 4 Jahren:Screenshot 2017-04-19 20.26.58.png

Doch im März 2017 war es eben anders: Die durchschnittliche Temperatur an Werktagen (mo – fr) war um 3,5 Grad höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres! Geregnet hat es heuer um einen Tag weniger als im März 2016.

Im Schnitt der 12 Zählstellen gab im es Werktagsverkehr (mo-fr) eine Steigerung um 52,3%.

Höchste März-Werte (seit 2012) gab es in Argentinierstraße, Donaukanal, Langobardenstraße, Opernring Außen, Wienzeile, Operngasse und am Praterstern.
Aber auch ab den anderen Zählstellen wie Lasallestraße, Liesingbach, Neubaugürtel, Opernring Innen, Margaritensteg gab es ordentliche Steigerungen…

Quartalszahl: In den ersten 3 Monaten 2017 gab es Steigerung der Radverkehrszahlen an Werktagen um 17,6% (Schnitt aller 12 Zählstellen).

Das denkende Auto

19. April 2017

Da oftmals viele Autofahrer beim Lenken nicht denken, zerbrechen sich viele Voraus-Denker den Kopf, das Denken den Maschinen, d. h. den Autos selbst zu übertragen.

Eine rosige Zukunft steht uns bevor, jede Diskussion über zu schmale Radstreifen, unachtsam geöffnete Autotüren, unvermitteltes Rechtsabbiegen über Radwege, kurz halten auf Radstreifen (um ein Packerl Zigaretten zu kaufen), kein Stehenbleiben vor Zebrastreifen, … erübrigt sich.
Alles erledigt der „Robotix“ im autonomen Auto der nahen Zukunft, eingestellt auf strenge Befolgung aller Regeln, höflicher und rücksichtsvoller als alle Ellmayer-Eleven zusammen!
(Ellmayer: Guru aller Benimm-Regler)

RobotixWZ.jpg
Abb.: blutgruppe/corbis

Den Radlerinnen und Radlern stehen goldene Zeiten bevor: Die eigenen Fehler und kleinen Freiheiten, die man sich heraus nimmt, verlieren ihre Bedeutung, weil Robotix absolut vorausschauend fahren muss, und man kann endlich Radfahren im Großstadtgewühl, wie es einem gerade passt – nur die Radlerinnen und Radler müssen untereinander aufpassen, weil, die sind ja nicht „Robotix-gesteuert“!

Schlussendlich bricht die Zeit des wirklich geteilten Raumes („Shared Space“) an.

Doch eines bleibt nach wie vor offen: Das heutzutage so oft strapazierte Thema (als wäre es wirklich so bedeutend!?) des Verhältnisses der Radler zu den Fußgehern bleibt nach wie vor unklar, bzw. harrt einer Lösung.
Oder denkt man vielleicht jetzt schon weiter, etwa an die Entwicklung von (sanften) Radler-Stopps, wie „Laser-Schwert“, „Identifizierungs-Pistole“ (setzt natürlich Implantat der Sozialversicherungsnummer voraus) etc…
PS:
Arbeitet die blaue Zukunft schon an solchen oder ähnlichen Erfindungen?

Radwege oder Radstreifen?

16. April 2017

Es geht um die alte Frage: Radwege baulich von der Fahrbahn getrennt oder Radstreifen auf der Fahrbahn… Ist ein “Paradigmen-Wechsel” wirklich notwendig, also von den „Radstreifen“ zu „Radwegen“? Oder genügt es, sich einmal auf das einzulassen, was die Richtlinien besagen?

Wenn man sich die Richtlinien für den Radverkehr ansieht, RVS 03.02.12, scheint diese Frage eigentlich eindeutig: Ab einer gewissen Menge von Kfz in einer Straße ist eine Trennung des Radverkehrs vom Autoverkehr notwendig:

MischenTrennen3Pfeile.pngAbb.: Diagramm Mischen – Trennen

Doch: Das etliche Jahre alte Diagramm bietet einen relativ großzügigen Spielraum die Frage des Trennens oder Mischens betreffend (soll aber jetzt überarbeitet werden!?).
Ähnlich wie in Holland wird Mischverkehr im Tempo-30-Bereich bis zu einer Kfz-Menge von ca. 6.000 Autos/24h als verträglich erachtet; aber bei uns beginnt sowohl bei einer höheren Geschwindigkeit als 50km/h mit mehr als 6.000 Autos/24h eine „Grau-Zone“ in der beides möglich ist, Radstreifen als auch Radwege!

Viel kritisiert wird nun, dass, nach diesem „offenen“ Diagramm, in Wien bei 11.000 Autos/24h (roter Pfeil, Projekt 18., Gymnasiumstraße) Mehrzweckstreifen „angedacht“ werden und bei fast 15.000 Autos/24h (blauer Pfeil,  in Wien 16., Wattgasse) umgesetzt worden sind…

Hier müssten eigentlich Radwege baulich getrennt von der Fahrbahn angelegt werden, wohl auf Kosten der auf beiden Seiten der meisten Wiener Straßen abgestellten Autos!
Rad-Aktivisten leben mit der „gefährlichen“ Drohung, dass, wenn diese den Richtlinien nicht entsprechenden Anlagen nicht akzeptiert würden, gar nichts mehr „gebaut“ werden würde!

Schmale Radstreifen als Ersatz für fehlende Radwege:
Zu ergänzen wäre noch, dass bei diesen mit hoher Kfz-Zahl belasteten Straßen die Maße der „Mehrzweckstreifen“ nicht dem „Regelmaß“ der RAD/RVS entsprechen, sondern einfach das schmälere „Klammermaß“ hergenommen wird, d. h. bei Stellplätzen (rechts) 1,50m Radstreifen und nicht 1,75m projektiert werden.

Wie schon gesagt, gilt in Holland im Tempo 30km/h Bereich eine ähnliche Vorgabe wie bei uns, ab einem höheren Tempo als 30km/h gibt es aber ein mehr oder minder absolutes Trenn-Gebot, alles andere wäre „unethisch“. Mischverkehr Rad/Kfz auf der Fahrbahn ist nur im Bereich von Tempo 30km/h und einer Fahrzeugmenge bis 6000 24/h erlaubt.

Selbst bei den seit einigen Jahren in den Vordergrund gekommenen „Fahrradstraßen“ gilt der niedrige Geschwindigkeitsbereich von Tempo 30km/h und die Vorgabe, dass die Zahl 6000 Kfz/24/h nicht überschritten werden sollte…

Wenn es doch einmal – im pragmatisch orientiertem Holland – geschieht, kann die Straßenverwaltung mit hartem Widerstand von Rad-Aktivisten rechnen, die eine Trennung des Radverkehr vom Autoverkehr = selbstständig geführte Radwege, einfordern und eine Mischung in Form von Radstreifen ablehnen.
Siehe: Utrecht in Maliesingel
https://honzosblog.wordpress.com/2016/10/25/jumbo-radstreifen/

Zum Schluss die Aussage eines „Posters“ in der Tageszeitung „Der Standard“ zu den „Wiener Radstreiferln“:
weissseher3
Nur für die Statistik
„Gebaut“ wird meistens nur mit dem Pinsel. Lächerlich und gefährlich.
Quelle: derstandard.at/2000055137007/Kritik-an-geplantem-Ausbau-des-Wiener-Radnetzes

Ein Beispiel – von vielen… in 22., Seestadt, dem hochgelobten neuen Stadtteil.
MINUS: Radstreifen zu schmal, kein Sicherheitsabstand zu parkenden Autos, angrenzender Fahrstreifen ebenso zu schmal (Buslinie!?).

22.MariaTuschStraße 2.jpgFoto: Ho

Parkplatzsorgen!?

15. April 2017

Nicht nur die Zweibeiner haben so ihre Sorgen: Wohin mit dem Auto?…
Wohin mit dem Hunzi fragen sich aber auch manche Leute beim Einkaufen!

IMG_0036.jpg
Foto: Ho

Die „billige Ladenkette“ hatte diesen Einfall…
Gesehen Wien 8., Josefstädter Straße 76

PS: Was die Sorgen um den Parkplatz betrifft – größtmöglicher Wunsch: Am besten direkt unter den Schlafzimmerfenstern und möglichst umsonst – die Zahl der Pkw-Anmeldungen im Bezirk ging in den vergangenen Jahren leicht zurück!

Leider zu wenig! Dem Bezirk fehlt seit Jahren ein „Garagierungs-Konzept“, als Antwort auf die Frage vieler „Verkehrs-Beruhiger“: Wohin mit den Autos!?

Belanglos… oder doch nicht?

12. April 2017

GesetzeSchärfer.JPG

Abb.: Ho

ORF-Journalist Hanno Settele bremst sein Auto ein, vor zwei Radlern, die eine Stopptafel überfahren und kriegt den Vogel gezeigt… in der Folge wird das fast ein weltgeschichtlich bedeutsames Ereignis und endet in der Umfrage der kleinformatigen Tageszeitung „Heute“.

Die wichtige Frage lautete:
„Hatten sie auch schon einmal ein ähnliches Erlebnis mit Radfahrern?“
81% antworten mit Ja…
6% mit „Nein, bislang hatte ich noch nie ein Problem mit Radfahrern.“
13% meinten „Nicht die Radfahrer, sondern die Autofahrer sInd das Problem“.
Das sind immerhin 19%, die nicht ganz so negativ über die Radlerinnen und Radler urteilten (2549 Teilnehmer).

Zwei weitere „Befragungen“ finden sich in „Heute“, wo es um den Radverkehr ging – ähnlich negative „Ergebnisse“:
9., Roßauer Lände, eine Spur könnte „fürs Radeln verwendet werden“…
8% halten das für eine „gute Idee“
92% sind dagegen… „Dann gibt’s in der Rush Hour noch mehr Stau“ (180 Teilnehmer).
Oder:
19., Peter Jordan-Straße soll als Einbahn mit Rad-Gegenverkehr organisiert werden…
15% finden es gut,
85% lehnen das ab… der Frage nachfolgend:
„Verrückt! Dann entsteht noch mehr Stau“ (33 Teilnehmer).

Neben der „Klickerei im Internet“, gab es zur Peter Jordan-Straße eine Befragung im 19. Bezirk: Da wollten die Politiker wissen, was das „noble Bergvolk der Döblinger“ zu einer Verbesserung der Situation des Radverkehrs meint:
„Von 900 Antworten sprachen sich nur 70 für einen Radstreifen gegen die Einbahn aus“!

Was kann man aus all dieser Fragerei und deren negativen Ergebnissen für den Radverkehr schließen?
Für mich entsteht der Eindruck, dass viele Wienerinnen und Wiener ihre allgemeine Beschwerdewut (oder ist es Frust?) an den RadlerInnen auslassen…
Auch wenn nicht alle Fragen suggestiv gestellt wurden.
Vielleicht fehlt aber folgende Fragestellung – damit wir es, mit Hilfe der Medien, aber auch der Politik – endlich einmal genauer wissen:
„Wollen Sie, dass das Radfahren in Wien generell verboten wird (ausgenommen Donauinsel und Prater Hauptallee)?“