Alibi-Bäume oder mehr Verkehrssicherheit?

Zum Umbau 7., Burggasse zwischen Gürtel und Kaiserstraße:

Im Bestand findet sich eine schmale Misch-Spur mit 3,00 m für Bus/Rad und Taxis (auf Grund des schmalen Querschnittes werden z. B. Motorräder nicht zugelassen).
Die Erlaubnis dort mit dem Rad zu fahren wurde durch ARGUS unter dem damaligen Bürgermeister Helmut Zilk, nach einer Probefahrt mit dem grünen Gemeinderat Chorherr, „errangelt“…

Bus3.00mBusspur mit 3,00 m (Foto: H. D.)

So erscheint das Projekt in der „Hof-Berichterstattung“ einer Gratiszeitung:

BurggasseBäume„Heute“ 7. Juli 2015  

Wo liegen die Probleme?

Busspuren, wie in Wien meist organisiert , also mit 3,00 m, bzw. 3,25 m sind im Sinne der Verkehrssicherheit für Radlerinnen und Radler ein Problem; Überholen eines Radfahrers ist, wie hier im konkreten Fall, nur dann möglich, wenn die linksliegende IV-Spur nicht verstaut ist; drängelnde Taxifahrer – und auch Busfahrer – bringen für Radler Stress-erzeugende Situationen und können nicht im Sinne der Förderung des Radverkehrs sein.
Ein weiterer Grund ist, dass Busse bei 3,00 m aber auch bei 3,25 m hinter Radfahrern herfahren müssen, was wohl nicht im Sinne der Fahrgäste des ÖPNV sein kann.

Was wäre zu tun?

Im konkreten Fall der Burggasse würde eine Verbreiterung der Busspur auf 5,00 m möglich sein, wenn auf eine Parkspur verzichtet würde: Busspur5,00mSkizze: Un-Art

NEU = 5,00 m Busspur mit genügend Platz für den Bus; Allerdings unter Verzicht einer Stellplatzspur, Bäume auf der in Fahrtrichtung Stadt linken Seite möglich.
Dieser Vorschlag wurde leider nicht diskutiert – und man belässt, ziemlich ALT(modisch), die 3,00 m Busspur – dazu kommt etwas „Kosmetik“, Bäume und Sitzbänke, ein paar Parkplätze fallen weg… (Angeblich braucht das der Bezirksvorsteher, um die grüne Mehrheit abzusichern!?)

Eine weitere Alternative: Eine Neu-Organisation der Burggasse (und parallel dazu der Neustiftgasse) nach Kopenhagener Vorbild:

BusRad04427 2 Kopenhagen ( Foto: Hans Gattringer)

Hier wird der IV entgegen der Fahrtrichtung der Busspur geführt; Die Busspur ist entsprechend breit und so kann der Bus an den Radlern vorbeifahren…
Ein ähnliches Modell war jahrelang im Bestand in der unteren Gumpendorfer Straße, wurde aber ein Opfer einer politischen Umstrukturierung…
Unbestritten: Im konkreten Fall der Burggasse/Neustiftgasse würde eine Neuorganisation natürlich ziemliche Kosten verursachen – VLSA, „Ohrwaschln“-Umbau etc., aber es hätte den Vorteil einer gewissen Verlangsamung des Autoverkehrs, für den Radverkehr würde das aber bedeuten, dass beide Straßenzüge im Begegnungsverkehr offen wären!
Auch über dieses Variante gab es keine Diskussion…

Und wieder einmal stellt sich die Frage: „Was wäre denn, wenn man den Radverkehr wirklich ernst nehmen würde?“

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