150 Jahre Ringstraße

Die gute alte Ringstraße wird gefeiert; es gibt Ausstellungen im Rathaus und im Wien Museum…

In Vorwahlzeiten neigt die Politik zu Visionen, so auch jetzt…
Zwei Planungsbüros aus Dänemark bzw. Spanien wurden von der grünen Verkehrsstadträtin eingeladen, ihre Ideen zur Umgestaltung der 3 bis 5-spurigen Rennbahn Ring vorzustellen.
Presse: „Wiener Grüne wollen Verkehrsberuhigung der Ringstraße“;
Standard: „Ringstraße: Fußgänger sollen mehr Raum bekommen“;
Kurier: „Der Traum vom Ring als Flaniermeile“

In der ARGUS verfügte man schon 1991, also vor fast einem Viertel Jahrhundert, über derartige „Visionen“ – ohne geringste Chance auf Verwirklichung.
Als “Rat(los)haus” präsentiert sich allerdings die städtische Verkehrspolitik, was eine eventuelle prinzipielle Änderung des Verkehrskonzeptes des Rings betrifft, z. B. die Wiedereinführung des Begegnungsverkehrs – wie in den 70er-Jahren (als Ergänzung dazu: Tempo 30!).

Die Befreiung vom Benutzungszwang der Radwege traute man sich ebenso wenig anzugehen, dafür wurde ab 2011 (rot-grüne Koalition) das fortgesetzt, was am Konzept des früheren Stadtrates kritisiert wurde, nämlich die Radfahrmöglichkeiten zu erweitern – auf Kosten von Fußgeherflächen in den ehemaligen „Reit-Alleen“!

RingDE2.1991 Kopie

Der Ring als „frühe Begegnungszone“; Drahtesel Nr. 2/1991.

Ebenso findet sich in dieser Nummer ein Beitrag zum Konflikt Radfahrer-Fußgeher-Planer: FG.RF.DE2.1991 - Arbeitskopie 2 Zwei Jahre später, angesichts der andauernden Diskussionen um die wenig praxisgerechten Radwege am Ring:

DE2.1993 Aus Drahtesel 2/1993

Etwas früher stellte der damalige Verkehrsstadtrat Swoboda die provokante Frage „Mach ma a radikale Lösung?“, womit er die Verlegung der Radwege in die Nebenfahrbahn (soweit vorhanden) unter Verlust von von x-Parkplätzen, meinte. Schließlich verließ ihn aber der Mut…

Und so sieht die Realität aus:

DIGITAL CAMERA
1., Parkring Foto: H. D.

PS: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, meinte einst Helmut Schmidt, deutscher Bundeskanzler.
Man kann nur hoffen, dass es nach einem Vierteljahrhundert Auto-Raserei mit gleichzeitiger Mischung von Radlern und Fußgehern auf deren Raum zu einem Überdenken dieser Situation kommt und nicht wieder alles nur „konkrete Vision“ bleibt…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: