Fahrradstraße in Utrecht

In Wien wird – Fahrradstraßen betreffend – eine eher „dünne Suppe“ gekocht… von der in Holland gebauten Realität trennen uns wohl Welten

Während es bei uns zwar eine gesetzliche Regelung in der StVO (Straßenverkehrsordnung) gibt, haben die pragmatisch orientierten Holländer keine diesbezügliche Regelung… z. B. kann jede Kommune ihre eigenen Tafeln entwickeln, die eine Fahrradstraße kennzeichnen.
Einig ist man sich nur, was die Faustformel betrifft, die auch in den Richtlinien (nicht verbindlich) steht, nämlich, dass es in einer Straße, wo man eventuell eine Fahrradstraße einrichten will, doppelt so viel Radverkehr geben soll als Autoverkehr.

Einen informativen Beitrag über eine neue Fahrradstraße in Utrecht, zusammen mit einer kurzen geschichtlichen Entwicklung, gibt es auf:
https://bicycledutch.wordpress.com/2015/04/07/another-new-bicycle-street-in-utrecht/
mit eingebettetem Video: http://www.youtube.com/watch?v=RhfWk7B-N8Y&feature=youtube_gdata_player

Wie man auf dem Video sieht, sind die eingefärbte Fläche der Fahrbahn – meist 4,50 m breit – und die seitlichen “Rüttelstreifen” typisch für eine holländische Fahrradstraße. Die “”Rüttelstreifen” begrenzen einerseits die Parkstände, andererseits sollen sie Radlerinnen abhalten, sich zu nahe an den abgestellten Autos vorbei zu bewegen; meist sind Fahrradstraßen Einbahnen, Bodenmarkierungen gibt es keine, dagegen ist die Fahrradstraße durch “Haifischzähne” an den einmündenden Seitenstraßen in den Vorrang versetzt…
Am Ende des Films sieht man gefährlich schmale, zwar rot eingefärbte, Radstreifen, die sich aber durch die Umgestaltung erübrigt haben…

Es gibt auch kritische bis ablehnende Stimmen zu dieser Organisationsform des Radverkehrs, vor allem werden drängelnde Autofahrer kritisiert, die überholen wollen, dies aber nur schwer können, weil zu dichter Rad(-Gegen)verkehr. Hier kommt wohl auch die lieb gewordene holländische Praxis des Radwegebaus zum Tragen, Radwege getrennt vom Autoverkehr anzulegen, während die Fahrradstraße ja eine Art des Mischverkehrs mit den Autos ist, also eher ungewohnt und von schwächeren RadlerInnen oder Eltern mit Kindern beargwöhnt wird!

Zurück zur “dünnen Suppe” in Wien: Ich meine, man tut der Sache keinen guten Dienst, wenn man am Rande von Wien eine “Fahrradstraße” einrichtet… dort, wo sich eh kaum ein Autofahrer hin verirrt und man immer schon relativ unbehelligt Rad fahren konnte!?

RadHighway So stand es in „Österreich“, am 18/3/2015.

Einige Beiträge zum Thema in diesem Blog:
https://honzosblog.wordpress.com/2015/01/31/fahrradstrase-anno-1990/ https://honzosblog.wordpress.com/2014/08/17/kruisstraat-eindhoven-oder-a-common-desaster/ https://honzosblog.wordpress.com/2013/05/30/297/

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