Das Fahrrad

Ein gewisser Maßen immerwährend gültiges Manifest, verfasst vom Wiener Autor Konrad Bayer in den 50er Jahren, mit HC. Artmann, Gerhard Rühm und Friedrich Achleitner öfters als „Wiener Gruppe“ konstruiert.

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Woher ist das fahrrad?
Wohin wird das fahrrad werden?
Wann ist fahrrad?
Da ist das fahrrad gewissermaßen!
Durchaus ebenso besonders sind fahrräder zunächst überhaupt.
Allerdings ist jenes fahrrad fast ganz nahezu.
Also wozu dagegen sind fahrräder vielmehr eigentlich?
Zuweilen sind fahrräder stundenlang.
Nein, kein fahrrad ist weder ziemlich noch wenigstens.
Freilich sind fahrräder sehr dort!
Kaum unglaublich, als je ein fahrrad stets ungefähr gewesen sein würde.
Daher sind fahrräder oder werden davon werden.
Im allgemeinen war hier dagegen das fahrrad beiläufig, aber sehr andrerseits genauso vermutlich.
Schon möglich, dass einige fahrräder hinten werden und rechts sind, doch das immer desto mehr. Weitaus nicht, vielmehr ist gewöhnlich das fahrrad wahrscheinlich überhaupt außer gemäß hiervon gewesen.
Ohne fahrrad ist nichts überdies.
Jedenfalls sind fahrräder keineswegs zweifellos.
Somit sind fahrräder trotzdem überhaupt.
Natürlich sind einige fahrräder zuweilen wieder täglich.
Später wird das fahrrad manchmal kaum damals. Seitdem sind fahrräder freilich nirgendwo ferner.
Eben werden fahrräder manchmal längst geworden.
Ob das fahrrad vielleicht ist, obgleich es ist, damit es war, wie es wird?
Dazu ist ein fahrrad zuletzt,
gewiß: denn ist ein fahrrad das fahrrad eines fahrrades, wird dem fahrrad sonst ein fahrrad dann sein?
Genug, jenes fahrrad wird wohl mit etwa einem fahrrad vielleicht sein, tatsächlich!
Auf diesem fahrrad ist selten täglich vorderhand.
Vielmehr waren plötzlich viele fahrräder morgens und abends bald weitaus geradezu, allenfalls zumindest irgendwie stets. während das fahrrad zunächst das nämliche gleich als sofort ist, geradwegs dadurch werden übrigens fahrräder folglich sehr lange, häufig als ob vielmehr alles wieder obzwar sei, um zu werden, weil wozu vieles höchstens jetzt geradezu gewesen worden sei.
Bald wäre ein fahrrad kein fahrrad, möglichst außer wenn weiterhin wieder eher bis
sei.
Gewiß ist das fahrrad folglich geworden!
Oder überall werden fahrräder zum beispiel geworden werden.
Allgemein ist neben dem fahrrad weniger vielleicht.
Wird das fahrrad solchermaßen beiläufig zweifellos?

Konrad Bayer (sämtliche Werke ÖBV 1985, Band 2 S 84ff.)

Dieser Text aus dem Jahr 1958 bietet noch immer soviel Spielraum, dass sich vielleicht einmal ein „Velocity-Kongress“ damit grundlegender befassen müsste, aber, da die Interpretationsmöglichkeiten derartig groß erscheinen, allzu viele Radlobbyisten daran scheitern könnten!?
Da sei nur ein Satz herausgenommen:
„Ob das fahrrad vielleicht ist, obgleich es ist, damit es war, wie es wird?“

Wer kann hier wohl eine konkrete Aussage machen… auch wenn er noch so gescheit ist?
Einzig und allein dieser Satz:
„Ohne fahrrad ist nichts überdies,“ scheint auf allgemeinen Konsens zu stoßen, aber das würde sich auch erst herausstellen müssen!

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