4 Jahre Rot-Grüne Koalition in Wien

Was man sich nicht alles vorgenommen hat, den Radverkehr betreffend…
Einiges aus dem Koalitionspapier vom November 2011:

>> Wien fördert den Radverkehr mit besonderen Anstrengungen und strebt einen Radverkehrsanteil von 10% im Jahr 2015 an.
Dieses Ziel ist wohl nicht mehr zu erreichen… Siehe auch: https://honzosblog.wordpress.com/2014/08/30/vom-schmahtandeln/

>> Weiterer Ausbau des Wiener Radwegenetzes und Errichtung von neuen Radabstellplätzen sowie von Radgaragen an Bike&Ride Knoten wie bei der Kennedybrücke.
Der Ausbau geschah teilweise auf Kosten von Fußgeherflächen, z. B. Ring-Radweg; Keine Verbesserung bei den “Altlasten“, wie der vielen schmalen Radstreifen neben Parkspuren (auch „Mehrzwangstreifen“, „Todesstreifen“ genannt).

DIGITAL CAMERA „Altlast“ 9., Nußdorfer Straße (Foto: H. D.)

>> Als neues, innovatives Angebot errichtet Wien großzügige Radverkehrskorridore besonderer Qualität (Vorbild „Wienfluss-Radweg“): Ein Pilotprojekt für qualitätsvolle Rad-Langstreckenverbindungen beginnend im 22. Bezirk in Richtung Zentrum wird erarbeitet. Weitere Rad-Langstreckenverbindungen, beispielhaft sei hier eine „Brigittenauer Hauptallee“ genannt, die sich durch die Absiedlung des Nordwestbahnhofs eröffnet…
Nach vier Jahren ist eigentlich so gut wie nix davon zu hören und zu sehen… Zum angeblichen Vorbild „Wienfluss-Radweg“ (früher hieß das noch Rad-„Highway“): Radfahren im Kanal, Mischnutzung mit den Fußgängern, die Weiterführung wurde gestoppt.

>> Wien fordert weiterhin eine Aufhebung der Radwegebenützungspflicht in der Straßenverkehrsordnung (StVO).
Es gäbe jetzt bereits die Möglichkeit der teilweisen Aufhebung der Radwegebenützungspflicht von der aber kaum Gebrauch gemacht wird (Ausnahme 4., Operngasse)!

>> Radfahren gegen die Einbahn ist eine wirksame, sichere und kostengünstige Maßnahme zur Förderung des Radverkehrs: Dazu wird ein kartografisches Konzept über die bezirksweiten Entwicklungsmöglichkeiten von „Radfahren gegen die Einbahn“ unter Berücksichtigung verkehrsorganisatorischer Rahmenbedingungen und der Gewährleistung der Verkehrssicherheit erstellt und veröffentlicht.
Eine Absichtserklärung mehr – an der Umsetzung hapert’s… Es gibt noch immer Bezirke, die bei der Öffnung der Einbahnen für den Radverkehr nicht mitmachen, bzw. von der Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme nicht überzeugt wurden!

>> Radverkehr braucht weitere positive Imagebildung, deshalb: Einrichtung eines „Radverkehrs-Beauftragten“ außerhalb des Magistrats als kommunikativer und fachlicher Vermittler zwischen Verwaltung und BürgerInnen, der auch radverkehrsfördernde Marketingmaßnahmen umsetzen soll.
Dieser Job wurde geschaffen, allerdings mit der Reduktion (hier noch „auch“!) auf Marketing-Maßnahmen… Werbung für ein mangelhaftes Produkt (das Wiener Radverkehrsnetz) – eine schwierige Aufgabe!?

>> Der Radverkehrsplanung muss in den Magistratsdienststellen ein noch höherer Stellenwert eingeräumt werden.
???

Zum „FußgängerInnenverkehr“ heißt es:
>> Um den Anteil der FußgängerInnen am Modal Split auch weiterhin auf hohem Niveau zu halten, ist eine weitere Attraktivierung des Öffentlichen Raums wichtig. Dazu gehört auch eine komfortable Ausgestaltung von Gehbereichen und Fußgängerzonen,  z.B. auch die Neugestaltung „alter“ FuZos wie die Meidlinger Hauptstraße oder die Schaffung neuer wie bspw. abschnittsweise in der Inneren Mariahilfer Straße.
Damit wurde auch bewusst die Zerstörung der Haupt-Radroute durch die Mariahilfer Straße in Kauf genommen, natürlich auch das Hinausdrängen des Busses 13A aus der Fußgängerzone…
Mehr: http://archiv.wien.gruene.at/uploads/regierungsuebereinkommen_gruenrot.pdf
November 2011

Was meinte der Brecht-Bertl, schon vor Jahrzehnten: „Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht und mach dann noch ’nen zweiten Plan. Geh’n tun sie beide nicht…“ (Dreigroschenoper)
Dabei gibt es schon wieder einen Plan, den STEP (Stadtentwicklungsplan) 2025, beschlossen im Juni 2014 im Gemeinderat.

Aber: Sagen wir nicht „… mir ist alles WURSCHT!“
Lasst uns lieber sagen: „Follow me“!


PS: „I’ll sell you dreams and new desires…“, heißt es in dem Disco-Hit der 70er Jahre.

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