Ein Jammer…

Nach wie vor bietet sich dieses düstere Bild auf einer der wichtigen Radverbindungen im Zentrum der Stadt.

6.Getreidemarkt_2

„Mehrzweckstreifen“ 6., Getreidemarkt
Foto: H. D.

Der Straßenabschnitt zwischen der nun seit mehr als einem Jahr verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße und der Wienzeile stellt eine der unangenehmsten Strecken im Wiener Radverkehrsnetz dar.
Ein Einrichtungs-Radweg, inzwischen in die Jahre gekommen und viel zu schmal, endet auf Höhe der unteren Mariahilfer Straße und geht dann in einen sehr unangenehm zu fahrenden „Mehrzweckstreifen“ über.

Das „Wiener Maß“ findet sich auch hier: Eine 3,50 m Fahrspur wird in einen „Mehrzweckstreifen“ von 1,20 m und einen Restfahrstreifen von 2,30 m geteilt.
Wer hier schon einmal von einem (Klein)Lkw mit 60 km und zwei Handbreit Seitenabstand überholt worden ist, weiß wovon ich spreche!

Jetzt hätte es einen Versuch zur Veränderung gegeben, der von politischer Seite wieder fallen gelassen wurde, angeblich weil einige „Radaktivisten“ das Projekt ablehnten…

Was hätte kommen sollen?
Ausgehend von der Lehargasse, dem skurrilen ENDE des Mehrzweckstreifens, war bis zu der Linken Wienzeile ein Einrichtungs-Radweg mit der für Wien sensationellen Breite von 2,00m (!) vorgesehen, mit einer Phasentrennung für rechtsabbiegenden Autoverkehr und geradeaus fahrenden Radverkehr, mit allen Vor- und Nachteilen einer solchen Ampelschaltung.

Durch das „Schubladisieren“ dieses kurzen Stück Radweges ist natürlich auch die Verbreiterung des bestehenden „Mehrzwangstreifens“ (auch “Kanaldeckel“-Radweg) in weite Ferne gerückt!

Dazu passt:

Besser als gar nichts? 1,20 m-Radstreifen neben 2,30 m-Kfz-Spur

Das ärgste, was man RadfahrerInnen antun kann, ist ein 1,20 m breiter Radstreifen neben einer 2,30 m breiten Kfz-Spur. Denn AutofahrerInnen zwängen sich – im Bewusstsein, dass die 2,30 m „ihre“ ihnen zugewiesene Fahrspur ist – ohne an einen Sicherheitsabstand zu den Radfahrenden nur zu denken, haarscharf an diesen vorbei.

Und das ist NICHT „besser als gar nichts“! Bestes Beispiel dafür: der Getreidemarkt zwischen Babenberger Straße und Lehargasse.
Vor der Umgestaltung wichen AutofahrerInnen in die 2. Spur aus, wenn RadfahrerInnen hier unterwegs waren. Der Radverkehr hatte so eine ganze Kfz-Spur für sich allein.
Nach Markierung des 1,20 m breiten Radstreifens lernte man hier das Fürchten, der Pkw-Verkehr verringerte beim knappen an den Radfahrenden Vorbeifahren nicht einmal das Tempo! (Nach wie vor täglich zu beobachten!)

Für Menschen, die in der Stadt mit dem Radfahren beginnen wollen, bedeutet die Erfahrung mit einer solchen Verkehrsorganisation, ein „einmal und nie wieder“, für routinierte RadfahrerInnen eine massive Verschlechterung (siehe oben). Also was soll das dann??

Mag. Evelyne Doppel,
Ex-Obfrau und -Geschäftsführerin der ARGUS

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Eine Antwort to “Ein Jammer…”

  1. Fabi Kurtmann Says:

    Da hast du vollkommen Recht ! 1,50m Abstand sind doch vorgeschrieben oder ist das eine Illusion ? Ich finde das Konzept des “Shared Space“ super so wie hier beschrieben: http://smart-magazine.com/space/interview-ben-hamilton-baillie/
    … hier werden alle Verkejrsteilnehmer sanft gezwungen aufeinander Rücksicht zunehmen !

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