Irgendwie obszön…

Am Dienstag den 21. Oktober dieser Woche wurde in den Frühnachrichten von Ö1 über eine Studie des KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) berichtet:

„Konflikte im städtischen Straßenverkehr sollen durch bessere bauliche Trennung von Rad- und Fußwegen verringert werden…“
In den Mittagsnachrichten um 14 Uhr hieß es: „… die Aggressionen im Verkehr würden zunehmen“. Dazu meinte Ursula Zechner, Sektionschefin im Verkehrsministerium (BMVIT): „Dem Fußgeher sei Eigenverantwortung zumutbar, man fördere lieber kreative Projekte…“

Dazwischen passierte es:
Um ca. 9 Uhr 30 wurde im 10. Wiener Bezirk Favoriten eine Radfahrerin bei einem Unfall mit einem Lkw getötet:
„… Ersten Erhebungen zufolge dürfte die junge Frau an vor der Kreuzung stehenden Fahrzeugen vorbeigefahren sein um sich unmittelbar vor dem Lkw als erste in die Kolonne einzureihen. Nachdem die Ampel grün wurde, setzten sich die Radfahrerin und der 44 Jahre alte Lkw-Lenker in Bewegung. Der Fahrer dürfte hierbei die Radfahrerin übersehen haben, er erfasste sie mit seinem Fahrzeug, so die Polizei in einer Aussendung.“
http://www.vienna.at/1100/radfahrerin-in-wien-favoriten-bei-unfall-mit-lkw-getoetet-hergang/4123067

Einen Tag später, am 22. Oktober, sah sich der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ Toni Mahdalik veranlasst, das ganze übliche Palaver um die angeblichen vielen „Radrowdies“ in einer Presseaussendung los zu lassen und bezog sich dabei auf die eingangs erwähnte Studie des KfV!

„Die KFV-Studie über das steigende Aggressionspotential auf unseren Straßen bestätigt die FPÖ-Forderung nach wirksamen Disziplinierungsmaßnahmen für die zunehmende Zahl von Rad-Rowdys in Wien“, sagt FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. Das 5 Punkte-Programm der FPÖ für mehr Radfahrerdisziplin und damit auch mehr Sicherheit für alle Straßenverkehrsteilnehmer sieht daher unter anderem ein Rad-Nummerntaferl (Kinder-, BMX-Räder, etc. ausgenommen, bei mehreren Fahrrädern als Wechselkennzeichen), eine Pflichtversicherung für jeden Radfahrer sowie mehr und strengere Verkehrskontrollen und Strafen vor.
„Den Rad-Rowdys muss endlich der Kampf angesagt werden, die Samthandschuh-Politik von Rot-Grün ist kläglich gescheitert“, hält Mahdalik abschließend fest.

Zu diesen Ergüssen passt die erste Meldung über den tödlichen Unfall der Radlerin auf Vienna.at:
„Am Steuer des Lastkraftwagens saß laut Haslinger (dem Polizeisprecher, Anm. Ho) ein 48-jähriger Mann, der mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.“

PS:  Eine seltsame Union von Verkehrs-Ayatollah, Polizei und ungenau recherchierendem Schreiber…
Bereits vor einem Vierteljahrhundert wurde, anlässlich des VeloSecur’90-Kongresses in Salzburg die Problematik des „sicheren“ tödlichen  Unfalles im Langsam-Fahrbereich thematisiert: Weitergegangen ist seither wenig bis gar nichts!
LkwSeitenschutz

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