Vom Drang zum Radweg…

Immer wieder kann man Radler im Renndress, gemeinhin „Rennradler“, beobachten, wie sie NICHT die Fahrbahn benützen, was sie aber dürften, sondern, mit oft hoher Geschwindigkeit, auf viel zu schmalen Radwegen fahren!

Und das, obwohl in Österreich die Radwegebenutzungspflicht für diese Gruppe von Radlern aufgehoben ist!

Screenshot 2013-11-16 16.17.14

Aus der StVO (Straßenverkehrsordnung):
„§ 68. (1) Auf Straßen mit einer Radfahranlage ist mit einspurigen Fahrrädern ohne Anhänger die Radfahranlage zu benützen… bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern darf die Radfahranlage benützt werden;“
(Rennfahrräder sind in einer eigenen „Fahrradverordnung“ § 4 definiert; „Moutainbikes“ gelten NICHT als Rennfahrräder!?)
Man darf also auf Radwegen fahren, muss aber NICHT!?

Verwunderlich, oder kommt da für diese eher als selbstbewusst und routiniert geltenden „Rennradler“ auch die deutsche Untersuchung zum Tragen, dass bloß 4% der RadlerInnen bei freigegebenen Radwegen die Fahrbahn benützen?
Oder fürchten sich jene „Renn-Radler“ auf der Fahrbahn zu fahren – was natürlich ein Indiz für das allgemein als zu hoch empfundene Geschwindigkeitsverhalten der Wiener AutolenkerInnen sein kann – oder für deren drängelnde Fahrweise etc.?

Die Nutzung problematischer Radwege fällt nicht nur auf den viel zu schmalen Einrichtungs-Radwegen, z. B. entlang der ehemaligen  2er Linie auf, sondern auch auf den gemeinsamen Geh- und Radwegen auf dem Ring.
Daneben wird die vor 1 ½ Jahren in der StVO neu definierte „fakultative“ Radwegebenutzungspflicht (viereckige Tafel zeigt einen nicht-benutzungspflichtigen Radweg an) weder von der Politik noch von den Behörden ernsthaft angewandt…

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Eine Antwort to “Vom Drang zum Radweg…”

  1. maksibec Says:

    Schreibst du hier von Rennradlern in der Stadt? Da bin ich z. B. in der Regel nicht zum Training unterwegs, sondern auf dem Weg zu oder von meinen Trainingsstrecken. Ampeln und der Verkehr verleiden einem hier das Fahren, sodass auch ich gerne auf gemütliche Radwege ausweiche. Im Verkehr fahre ich ungerne mit, da die Autofahrer meine relativ hohe Geschwindigkeit (als Rennradler kommt man in der Stadt leicht auf die selbe Durchschnittsgeschwindigkeit wie Autos) schlecht einschätzen, das zu gefährlichen Situationen führt und den Puls unnötig hochtreibt (und das wollen wir ja nicht, wir sind ja auf dem Weg zu einer Grundlagenausdauer-Einheit). Die für Radwege überdurchschnittliche hohe Geschwindigkeit ergibt sich m. E. aus der Fahrzeugwahl. Problematische oder gefährlichere Situationen ergeben sich meiner Erfahrung nach vor allem aus der Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer: Fußgänger auf aufgewiesenen Radwegen, falsch gesteuerte Kinderwägen, Radfahrer ohne jede Kenntnis von Verkehrsregeln und Handzeichen, Radfahrer mit Kopfhörern usw. usf.

    Spannend wären hierzu aber belastbare empirische Daten, obiges ist nur mein persönlicher Eindruck als beides, sportlicher und Alltagsradfahrer (nur niemals beides zugleich).

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