Das alte Lied – Radwege und Sicherheit

Ist vielleicht doch alles falsch, was die Rad-Engagierten seit Jahren vertreten? Mehr Radstreifen, mehr Mehrzweckstreifen, mehr Radfahren gegen die Einbahn, allgemein mehr „Radfahren auf der Fahrbahn“, anstatt fragwürdigem Radwegebau!?

Feststehen dürfte jedenfalls, wenn man den Kopenhagenern „ihre“ Radwege wegnehmen würde, dass man dort auf mehr als Unverständnis stoßen würde…
Eine Arbeit untersuchte die Situation in Kopenhagen; in „Risikowahrnehmung durch Radlerlnnen“ heißt es in der Schlussfolgerung:
„Radfahrer fühlen sich am sichersten auf Straßen mit Radwegen und auf Straßen mit Mischverkehr am meisten gefährdet. Dies gilt für alle Radfahrer, unabhängig von Geschlecht, Alter, Zweck des Radfahrens oder in Bezug auf die Vertrautheit mit ihrer Route.“

Diagramm2014-03-30 11.15.19

„Abbildung 3 zeigt die Bedingungen im Mischverkehr, die wesentlich mehr Risikogefühle erzeugen als die Bedingungen auf Radwegen oder Radfahrstreifen.“

Weiter:
„Radstreifen sind ein Mittelweg, sozusagen: Etwas weniger sicherer als Radwege, aber wesentlich sicherer und befriedigender als Mischverkehr. Erhöhter Autoverkehr führt übrigens Radfahrer zum Gefühl von mehr „Gefahr“.
Ergebnisse in Bezug auf Sicherheit und Zufriedenheit der Radfahrer zeigen in der Regel einen eindeutigen Zusammenhang: Radfahrer fühlen sich auf Radwegen am sichersten und am unsichersten im Mischverkehr. Radstreifen sind ein Mittelweg. An Kreuzungen, sind die Bedingungen innerhalb der Kreuzung selbst die wichtigsten für Radfahrer, um ein Gefühl von Sicherheit aufkommen zu lassen.“

KreuzungBlau04223

Weiter:
„Eine blau markierte Radfahrerüberfahrt erhöht die Sicherheit der Radfahrer, während mehr Autoverkehr und eine größere Kreuzungsfläche die Unsicherheit vergrößern. In Kombination, zeigen Radwege und Radstreifen, die bisher gebaut wurden, positive Ergebnisse, so weit es „Verkehrsaufkommen“ und „Gefühle der Sicherheit“  zulassen, haben jedoch negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit.
Die radikalen Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen, resultierend aus dem Bau von Radwegen, führen aber zweifellos zu einem Gesundheitsgewinn in der Folge der erhöhten körperlichen Aktivität. Dieser Gewinn ist viel, viel größer als die Verluste an „Gesundheit“, die sich durch einen leichten Rückgang der Verkehrssicherheit ergeben.“

Quelle:
Road safety and perceived risk of cycle facilities in Copenhagen
http://www.vehicularcyclist.com/copenhagen1.pdf

 Na, ja… „jetzt schaun ma ganz schön aus der Wäsche“, werden sich manche fragen, wenn man das auf Wien rückbezieht! RadlerInnen und Radler wollen RADWEGE, und meinen deren bauliche Trennung von der Fahrbahn…!?
Mir fällt dazu nur ein, was ein Bekannter (Nicht-Radler) meinte: „Hauts euch über die Häuser mit euren Radstreiferln – wenn ihr glaubt, dass durch so was der Radverkehr gesteigert werden kann, ist euch allen nicht zu helfen!“
Vielleicht müssten wir – die Verkehrs-Fuzzies – doch einmal in uns gehen und unsere „policy“ überdenken und nicht Jahrzehnte lang Klischees vor uns herschieben?

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