Einige Kritikpunkte…

… die Mariahilfer Straße (im ursprünglichen Zustand) betreffend; Projektgrundlage, die 1992 umgesetzt wurde (nach den Plänen des Ingenieurbüros Rosinak):
6,50m Fahrbahn
2x 2,50 m Parkspur, gepflastert
2x 4,50m Gehsteige

>> Hoher DTV, Dauerstau…
Tempo 30 und Aufdoppelung als Querungshilfen für Fußgeher sollten das Bild einer städtischen Einkaufsstraße vermitteln, das aber durch die doch hohe Zahl von Autos (DTV ca. 10.000) nicht zu erreichen war… Bloß 15% der Autofahrer fuhren allerdings durch, d. h. von der 2er Linie zum Gürtel.

>> (illegale) Ladetätigkeit in der Fahrspur: Durch verparkte Ladezonen kam es öfters zum Blockieren einer Fahrspur! Mangelnde Überwachung seitens der Polizei wurde kritisiert, ebenso ein Anpassen der bestehenden Ladezonen, bzw. überhaupt ein fehlendes, neues Ladezonenkonzept seitens der WHK!
Das „Laden in zweiter Spur“ war öfters die Ursache für Staus…

>> Der  City-Bus von der Babenbergerstraße bis zur Stiftgasse war immer ein „Stiefkind“ der Wiener Linien; der geringen Fahrgastfrequenz hätte man entgegen treten können, indem man den Bus zur „Feinverteilung“ vom Ring bis zum Westbahnhof und zurück geführt hätte. Dies wäre auch den Behinderten und Gehschwachen entgegenkommen, für die die U-Bahn-Stationen zu lange Gehwege aufweisen.

>> In den Stau-Bereichen wichen Radfahrer in die Mitte der Fahrbahn aus: Zwischen den Autos war meistens mehr Platz als am Rand… Außerdem war man mittig vor aufgehenden Autotüren mehr oder minder sicher!
Nicht ungefährlich war diese Situation für querende Fußgeher!

>> Ursprünglich  war in der gesamten Länge der Mariahilfer Straße  ein Zweirichtungs-Radweg  vorgesehen (Planung MA 18). Dieses Projekt wurde verworfen zugunsten von Radstreifen, die aber letztlich zu schmal waren, so dass deren Markierung unterlassen wurde. Auf Druck von ARGUS und AK Wien wurde ein kurzes Stück Radstreifen vom Radweg entlang der 2er Linie bis zu Stiftgasse markiert, der sich in der „Türzone“ der parkenden Autos befand.

>> Ein Markierungsvorschlag, mit geringfügigen Adaptierungen der Parkspur, wurde 2007 auf ARGUS-Wunsch von einer Mitarbeiterin eines Wiener Ingenieurbüros erstellt, fand aber leider beim damaligen Verkehrsstadtrat Schicker keine Zustimmung.

MahüQuerschnitt2007

Zu diesem Querschnitt:
Der Radstreifen mit 1,70m entsprach dem Regelmaß der RVS, Richtlinie Radverkehr; in Wien ist leider das „Klammermaß“ (=Mindestmaß 1,50m) der RVS das „Regelmaß“, was seit Jahren auf heftige Kritik etlicher Alltags-Radler stößt, weil zu nahe an unvorsichtig geöffneten Autotüren!

Verkehrsstadtrat Schicker lehnte ein „Anknabbern“ der Gehsteigfläche ab (aus Kostengründen?) – das sind die 0,70m rechts neben der auf 1,80m reduzierten Parkspur… die 2,50m für LKW-Ladetätigkeit wäre aber damit zu halten gewesen!
Die 1,80m waren für PKWs vorgesehen…

Umstritten war von Anfang an, dass die MA 46 sich das Modell einer „Kernfahrbahn“, nach Schweizer Vorbild, nicht vorstellen konnte – hier mit 4,50m eingezeichnet.
Von ARGUS-Seite wurde auch eine Reduktion auf 4,00m diskutiert, der halbe Meter hätte den Radstreifen zugeschlagen werden können, da sich damals schon herausstellte, dass selbst die 1,70m entlang von Parkern zu wenig wären!
Bei Begegnungsfällen LKW – LKW hätten diese dann auf den Radstreifen („Mehrzweckstreifen“) ausweichen müssen…

Insgesamt wohl beispielhaft für die Wiener Situation eines mangelhaften Engagements zur Förderung des Radverkehrs – alles nur unter der Möglichkeitsform des „… man könnte, sollte, müsste“!
Jetzt steht man unmittelbar vor dem Ausschluss des Radverkehrs aus der Mariahilfer Straße.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: