Künstler gescheiter als „Verkehrsfuzzies“?

Dieser Tage marschierten (ausländische) Bauarbeiter mit Zehnerstaffeln, Dachlatten und Rigips-Platten durch die Fußgeherzone in Wien 1., Kärntner Straße, vorbei an den verschiedenen mehr oder minder noblen Geschäften und an der Stephanskirche – zur Verwunderung mancher Passanten…

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Eine Performance in welcher der „Akt des Tragens“ in den Mittelpunkt gestellt wurde.

Auf Ö1 war am Sonntag 6. Okt. 2013 in der morgendlichen Sendung “Erfüllte Zeit“ zu hören:
Der Künstler Hubert Lobnig will mit seiner Arbeit auf zwei urbane Phänomene aufmerksam machen, die für ihn eng zusammenhängen: Der Umbau europäischer Innenstädte geht einerseits gut versteckt vonstatten, andererseits passiert gerade dieser Wandlungsprozess so rasant wie selten zuvor.
Noch in den 90er Jahren, als an der Peripherie die großen Einkaufszentren gebaut wurden, habe man vom Sterben der Innenstädte gesprochen, sagt Lobnig.
„An das aber hat eine Immobilienspekulation der 2000er Jahre angeschlossen, wo auch gerade Wien für den Tourismus  extrem entdeckt wurde und eben auch viele internationale Ketten, Konzerne diesen Standort Wien schätzen lernten und damit sind die Spekulationen so richtig losgegangen und der 1. Bezirk ist jetzt halt so eine Spielwiese der Hochpreispolitik und der Immobilienspekulation, was dazu führt, dass normales Leben hier verdrängt wird oder aufhört und eben so ein künstliches internationales  überall statt findenden Konzern- und Hotelkettentreiben implantiert wird.“
Der Umbau der Innenstadt zur riesigen Shopping-Meile soll sich möglichst leise und unsichtbar vollziehen, um das Geschäft nicht zu stören. Die Prozession der Arbeiter, mit schwerem Baumaterial durch die Kärntner Straße, die von Geschäftsketten nur so gesäumt ist, wird so zum politischen Akt.
Quelle: http://oe1.orf.at/programm/

So, und was hat das Ganze mit dem Radverkehr in Fußgeherzonen zu tun?
Na klar… Radlerinnen und Radler sind in solchen „konsumorientierten “ Flanier-Meilen genauso wenig willkommen, wie die Arbeitssklaven aus dem Kosovo…

AUSSTELLUNG: Die Baustelle von Hubert Lobnig
Armut und Arbeit
Anlässlich des 40. Todestages von Otto Mauer
Galerie St. Stephan
Wien 1.  Stephansplatz 6
Mi und Fr 16 bis 18 Uhr offen

„Auf einer großen Installation aus Baumaterialien werden Projektionen von Menschen beim Tragen schwerer Lasten zu sehen sein. Dabei ergeben sich Analogien zur Kreuztragungs-Ikonografie; zugleich werden die prekäre Lebenssituation von Bauarbeitern – häufig mit migrantischem Hintergrund – sowie die Stadt als Ort der permanenten Erneuerung, Spekulation und Gentrifizierung in Fotostrecken, Videos und Textinstallationen zur Sprache kommen.“
Quelle.
http://www.dommuseum.at/home.php?il=14&l=de

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Eine Antwort to “Künstler gescheiter als „Verkehrsfuzzies“?”

  1. rollinger Says:

    Sehr toll und ja Du hast Recht. Radfahrer sollen versteckt und benachteiligt irgendwie durch die Stadt kommen. Das ist in Deutschland nicht anders. Gerade bin ich zurück aus Frankreich und staune wie die an manchen Tagen einfach komplette Straßen absperren und nur für Radfahrer freigeben.
    Siehe zb auch Paris.

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