„DIe Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube…“

Der kritische Alle-Tage-Radler DI Kurt Enenkel, bittet, mit dem Retro-Blick ausgestattet, um die Veröffentlichung untenstehender weit vorausschauender politischer Aussagen…
Im Oktober 1994 ließ der damalige Wiener Verkehrsstadtrat Swoboda über den PID, Presse und informationsdienst der Stadt Wien, verkünden:
„Wien hat noch einen geringen Radfahranteil. Das soll anders werden„. Unser Radwegeprogramm ist Teil einer Wiener Verkehrspolitik, die mit Blickrichtung auf die Jahrtausendwende agiert. Einerseits wird auf den stetig wachsenden Radverkehr reagiert, andererseits ist die Stärkung der prozentuell schwachen, aber umweltverträglichen Verkehrsarten – im Interesse der gesamten Stadt – eine wichtige Aufgabe der Verkehrspolitik… Daher setzt die Stadt Wien auf folgendes Programm, um das Radfahren in der Stadt attraktiver zu machen:
• Radfahren in der Stadt der kurzen Wege
• Mehr Radwege bringen mehr Radverkehr
• Modal Split 2010: 10 Prozent aller Wege per Rad
• Mehr Radfahren auch ohne Radweg – Mehrzweckstreifen, Radfahren 
gegen die Einbahn
• Entschärfung von Unfallhäufungsstellen.“ Etc..
„Nach einer Berechnung des Münchner Meinungsforschungsinstituts Socialdata sind bis zu einer Entfernung von 10 Kilometern rund 29 Prozent aller Autofahrten grundsätzlich auf das Rad verlagerbar. Durch entsprechende Imageförderung und zusätzlichen Radwegebau, so die Schlußfolgerungen von Socialdata-Chef Werner BRÖG, könnten ca. 17 Prozent dieser Autofahrten tatsächlich auf das Rad verlagert werden. Hinsichtlich aller getätigten Wiener Wege (Modalsplit) würde das eine Zunahme von 5 Prozent am Radverkehr bedeuten.“
Entschärfung von Unfallhäufungsstellen
„Der Konflikt Radfahrer – Fußgänger wird meist höher bewertet als er tatsächlich ist. Tatsächlich weisen bereits heute nur 15 Prozent der gebauten Radrouten keine Trennung zu Fußgängern auf. Da allerdings jeder einzelne Verletzte im Straßenverkehr vermieden werden soll, wurden neuralgische Punkte im bestehenden Wiener Radwegenetz entschärft. Neben dem Bereich bei der U2-Station Schottentor handelte es sich dabei auch um den Schwarzenbergplatz und die Bellaria. Nächstes Jahr wird – als letzter Unfallhäufungspunkt am Radweg Ring-Rund – der Bereich vor dem Burgtheater umgebaut.
Neue Radwege werden primär nicht zu Lasten der Fußgänger errichtet – konkret heißt das, dass die Verkehrsflächen der Radfahrer baulich abgehoben vom Gehniveau ausgeführt wurden. Durch Berücksichtigung dieser Aspekte beim Neubau von Radwegen bzw. der Adaptierung vorhandener Problempunkte konnte in Wien 1993 erstmals seit 1983 die Unfallziffer beim Radfahren gesenkt werden.“
Durchfahrtsrouten Innere Stadt:
„… von Leopoldstadt nach Mariahilf/Neubau (Franz-Josefs-Kai – Marc Aurel Straße – Vorlaufstraße – Tuchlauben – Petersplatz – Habsburgergasse – Michaeler Platz – Ring) bzw. von Währing nach Mariahilf/Neubau (Ring – Schottengasse – Herrengasse – Michaelerplatz – Augustinerstraße – Operngasse – Ring), gibt es noch einige offene Fragen. Hier gilt es abzuwarten, wie sich das Radfahren gegen die Einbahn allgemein bewährt. Prinzipiell könnten auch diese beiden Routen im Sommer 1995 zur Verfügung stehen.“
„Radverkehrsanlagen 
in stark befahrenen Straßenzügen (z.B. Donaufelder Straße, Leopoldauer Straße, Prager Straße, Brünner Straße, Wagramer Straße, 
Erzherzog-Karl-Straße, Breitenleer Straße).“

Wer den ganzen Text nachlesen will:
http://m.wien.gv.at/rk/msg/1994/1004/008.html

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2 Antworten to “„DIe Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube…“”

  1. Tom Turbo Says:

    Den PolitikerINNEN, egal, ob grün, rot, schwarz oder einer anderen Farbe, und deren ausführenden Beamten, ist wirklich NICHT zu helfen!

  2. Ozon Ferdl Says:

    jaja, der liebe, feinsinnige Swoboda… er war und ist ist ein „Könnte-Müsste-Sollte-Würde“-Intellektueller – ohne besondere Durchsetzungskraft!

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